Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 296 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 296 - in Handwörterbuch der Philosophie

Bild der Seite - 296 -

Bild der Seite - 296 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text der Seite - 296 -

296 sowohl, als die Stelle der Teile untereinander a priori bestimmt wird" d. rein. Vern., Methodenlehre III: Die Architektonik der reinen — Die Ideen sind „Vernunftbegriffe, denen kein Gegenstand in der Erfahrung gegeben werden kann" (Anthropol. I, § 41; Prolegomena, § 40). So wie der Verstand die Quelle der Kategorien (s. d.) ist, zeitigt die Vernunft (s. d.) durch ihre über die Erfahrung hinausgehenden Schlüsse apriorische, Vernunftbegriffe", „transzendentale Ideen", deren es so viele gibt als Arten des Verhältnisses, die der Verstand sich vermittelst der Kategorien denkt. Diese Ideen betrachten alle Erfahrungserkenntnis als „bestimmt durch eine absolute Totalität der Bedingungen"; sie dienen zum „Aufsteigen in der der Bedingungen bis zum Unbedingten". Sie sind „nicht willkürlich erdichtet, sondern durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, und beziehen sich daher notwendigerweise auf den ganzen Verstandesgebrauch". Sie sind ferner „transzendent und übersteigen die Grenzen aller Erfahrung, in welcher also niemals ein Gegenstand vorkommen kann, der der transzendentalen adäquat wäre". Solche Ideen sind die der Seele, der der Unendlichkeit im Großen wie im Kleinen, Gottes, der Freiheit, der Unsterblichkeit (Psycho- logische, kosmologische Ideen, theologische Idee; vgl. Dialektik, Antinomien, Paralogismen). Diese Ideen sind niemals von „konstitutivem werden durch sie keine Gegenstände gegeben; sondern sie haben nur „regu- lativen Gebrauch", dienen dazu, „den Verstand zu einem gewissen Ziele zu richten, in Aussicht auf welches die Richtungslinien aller seiner Regeln in einen Punkt zusammenlaufen". Sie gehen auf höchst erreichbare Einheit und systematische Vollständigkeit der Verstandeserkenntnis, die aber niemals abge- schlossen sein kann, da ein „absolutes Ganzes der Erfahrung" unmöglich ist. Die Ideen sind eben nicht Begriffe erkennbarer Objekte, sondern in theore- Beziehung nur „heuristische Fiktionen", Leitbegriffe für die Richtung der Verstandestätigkeit und zum Teil noch von „praktischer (vgl. Primat; Prolegomena, § ff.; Krit. d. rein. Vern., S. 279 ff., 642); über ästhetische Idee vgl. Krit. d. Urteilskraft, § 56; vgl. E. LEHMANN, und Hypothese bei Kant, 1909; VAIHINGER, Die Philos. des Als ob, S. ff.: die Ideen als nützliche, wertvolle vgl. schon S. MON, Krit. über den menschL Geist, 1797; Versuch einer neuen Logik, 1794; 2. A. 1912 (Ideen als „bloße die bloß zum Behuf der Einbildungskraft als gegebene Objekte fingiert wer- den"); F. A. LANGE, Geschichte des 1902 (Ideen als Ausdruck von „Einheitsbestrebungen"). — Nach JACOBI offenbart sich dem Geiste in den Ideen das Übersinnliche unmittelbar (WW. 1812/25). Nach COHEN ist die Idee die „Hypothesis", die Grundlegung der Erkenntnis und des Seins, das „Selbstbewußtsein des Begriffs", die reine Setzung des Denkens als apriorische Voraussetzung, als „Methode" (Logik, 1902, S. ff.; vgl. Kants Begründ. der Ethik, 1910, S. 86 ff.). Ähnlich NATORP (I. = „gedachte letzte Einheit", „Blickpunkt der Erkenntnis"), CASSIRER,. KINKEL (Idealismus u. Realismus, 1911) u. a. Vgl. A. STADLER, Kants 1910. WUNDT versteht unter den Vernunftbegriffen, welche „alle Erfahrung um- spannen und doch keiner Erfahrung angehören", „ergänzende Gesichtspunkte zur Erfahrung". Die ontologischen, kosmologischen und psychologischen Ideen schließen alle einen Rückgang zur Totalität und zur unteilbaren
zurück zum  Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie