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Handwörterbuch der Philosophie
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Kosmologische Antinomien — MEN, K. u. Psychologie», 1911; POINCARE, sur les goniques, 1911. VgL Antinomien s. Antinomien, Unendlich, Teil- barkeit. Kosmologische Ideen s. Idee (KANT). WUNDT zählt zu den k. die Ideen unendlichen Raumes, der unendlichen Zeit, der unbegrenzten Materie, der unbegrenzten Kausalität (Syst. d. Phüos. I8, 1907, S. 339 ff. Kleine Schriften I, 1910). Vgl. Transzendent, Unendlich. Beweis für das Dasein Gottes ist der Schluß von der „Kontingenz" (s. d.), Bedingtheit der Existenz der und des schehens auf ein unbedingtes, absolut notwendiges Wesen als „erste welche die Reihe der sonst ins Unendliche zurückgehenden Ursachen ab- schließt, auf einen Weltschöpfer. Dieses Argument findet sich bei ARISTOTELES, nach welchem die Bewegungen, Veränderungen in der auf einen unbe- wegten ersten Beweger der ngcoxov hinweisen (Metaphys. XII, 6; 8, 1073 a 23 ff.; XII 7, 1072 b 3), CICERO (Tusculan. disputat. 28, 69), AUGUSTINUS (Confession. X, 6), MAIMONIDES, (Contra gent. I, 13; Sum. theol. I, qu. 2, 3), LOCKE, LEIBNIZ (Theodizee CHR. WOLFF, H. S. REIMARUS, SCHLEIERMACHER, LOTZE, (GrundL d. Religionsphilos., 1840, 8. 120 ff.), DORNER (Grundr. d. Religionsphilos., 1903, S. 206 ff.) u. a. KANT bekämpft den B. in der Form: Wenn etwas existiert, so muß auch ein schlechterdings notwendiges Wesen die Reihe der Ursachen und Wirkungen führt auf eine schlechthin notwendige Ursache; das absolut notwendige ist das allerrealste Wesen. Dieser Beweis stützt sich auf den ontologischen (s. d.), welcher nach KANT ungültig ist, und er selbst ent- hält „ein ganzes Nest von dialektischen Anmaßungen". Der Schluß vom Zu- fälligen auf eine Ursache hat nur in der Sinnenwelt Bedeutung; der Schluß von der Unmöglichkeit einer unendlichen Reihe von Ursachen in der Sinnen- welt auf eine erste Ursache ist unberechtigt, usw. Es ist erlaubt, das Dasein eines Wesens als Ursache zu allen Wirkungen anzunehmen, „um der Ver- nunft die Einheit der Erklärungsgründe, welche sie sucht, zu erleichtern", aber man kann nicht behaupten oder beweisen, daß ein solches Wesen (Krit. d. rein. Vernunft, S. 476 ff.). Kosmopolitismns Weltbürger): Weltbürgertum, Auf- fassung der ganzen Erde als Vaterland, Heimat und aller Menschen als Mit- bürger, Brüder, als Glieder einer allumfassenden rein menschlichen Gemeinschaft, welche keineswegs die engere der Nation, des Staates braucht, sondern vielmehr einschließt, einschließen soll. — Den K. schon (vgl. NATORP, Die Ethica des 1893, S. 168), die (z. Teil mit Geringschätzung des Patriotismus; vgl. Diogen. VI, 11 f., 63), die Stoiker, nach welchen alle Menschen Bürger der sind xaxglg 6 u. a. — KANT schätzt den K. als „regulatives Prinzip", als Idee einer universalen Menschen- gemeinschaft (vgl. Anthropol. II E). Vgl. Soziologie, Sittlichkeit. s. Organismus, Urzeugung.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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