Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 409 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 409 - in Handwörterbuch der Philosophie

Bild der Seite - 409 -

Bild der Seite - 409 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text der Seite - 409 -

Mittel. unlustvolles Erregtsein bei der Wahrnehmung oder Vorstellung Leidens, infolge „Einfühlung" in das fremde Ich, in dessen Lage wir uns in der Phantasie versetzen, sofern es uns nicht zu unähnlich ist. Doch ist im manchmal auch ein Lustfaktor enthalten, der zum Teil in dem Kontraste des Nicht-Leidens des eigenen Ich zum leidenden fremden Ich wurzelt. Das M. schließt den Willen ein, dem Leidenden zu helfen, im Unterschiede „schwächlichen", rein passiven Mitleid, welches aber doch auch, geschichtlich betrachtet, keineswegs ganz wertlos ist. Schädlich ist nur „falsche", unangebrachte Mitleid. Gegner des weichlichen Mitleids sind die SPINOZA, nach das M. schwächt und unnötig ist, weil der Mensch ohne solche Affekte hilfreich sich betätigt (Eth. III, prop. XXII ff*), (Tugendlehre, § 34, aber Betonung des „tätigen Wohlwollens"), FICHTE, NIETZSCHE, nach welchem das M. mit den Schwachen, Mißratenen wirkt (Ersatz dafür: die „schenkende Liebe"). Alles, was aus stammt, ist schlecht. „Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde erster Satz Menschenliebe, und man soll ihnen noch dazu Gegen alles Schwache muß man hart sein, auch sich selbst gegenüber (s. mensch). Hingegen ist nach SCHOPENHAUER das M. geradezu das einzige Motiv, die „echte, d. h. uneigennützige Tugend", das Einzige, was Handlung sittlichen Wert gibt. Das M. hat eine metaphysische Grund- lage; wir alle sind im Grunde eins und so sind wir es selbst, die im andern leiden (Über das Fundament der Moral, § 16 ff.). — Nach W. STERN ist das M. das „allmählich im Laufe sehr vieler Jahrtausende standene verletzte Gefühl der Zusammengehörigkeit mit allen anderen beseelten Wesen gegenüber den schädlichen Eingriffen der sowohl als auch beseelten objektiven Außenwelt ins psychische Leben" (Das Wesen des Mitleids, 1903, S. 49). — Vgl. ARISTOTELES, Rhetorik II 8, 1385 b 13 (vgl. Tragisch); LESSING, Hamburg. Dramaturgie f.; A. SMITH, Theory Moral Sentiments, 7. ed. 1792; Das M. als die moralische Triebfeder,, 1885; W. GIESSLER, Das M. in der Ethik, 1903; JAHN, Psychologie5, 1907, S. ff.; JODL, Lehrbuch der Psychologie II3, 1909, S. 406 f.; GOLD- SCHEID, Entwicklungswerttheorie, 1908, S. 198 f.; GROETHUYSEN, Das gefühl, 1904; K. v. ORELLI, Die philos. Auffassungen des Mitleids,. 1912. — VgL Sympathie, Humanität. Mittel causa ist wodurch Ziel erreicht, ein Zweck (s. d.) verwirklicht wird, ein Geschehen, das geeignet ist, Ursache einer angestrebten Wirkung zu Das Wollen des Mittels ist durch den Zweckwillen bedingt und wird psycho- logisch durch diesen, bzw. die Vorstellung des Zweckes, ausgelöst oder reproduziert. ist das Mittel zur Erreichung eines Zweckes vielfach noch nicht selbst als solches gewollt, sondern unter verschiedenen möglichen Reaktionen bewährt sich eine als zweckmäßig, als richtiges Mittel und wird dann bewußt gewollt, bis dann die Reaktion zweckmäßig-impulsiv, ja oft reflektorisch wird („Zufälligkeit" des Mittels: PAULY, Darwinismus S. 109 ff.; „Heterogonie der Mittel" als Korrelat zur „Heterogonie der Zwecke"). Mittel sind nur dann ideal-richtige Mittel, wenn sie ein
zurück zum  Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie