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Handwörterbuch der Philosophie
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434 Naturwissenschaften. die N. eine Anwendung logischer Gesetze und Postulate auf den Inhalt äußerer Erfahrung, der nach dem Gesichtspunkte eines strengen, geschlossenen lichen Zusammenhanges methodisch verarbeitet wird, wobei eine wechselseitige Anpassung von Denken und Erfahrung stattfindet. Die obersten setzungen, Bedingungen, der N. sind „apriorischer" (s. d.), „trans- zendentaler" (s. d.) Art (vgl. Axiom, Kategorie). Den Gegenstand der N. bilden weder die „Dinge an sich" (s. d.), noch die subjektiven Erlebnisse der sondern die „objektiven Erscheinungen" des Wirklichen, d. h. die in welchen das Wirkliche sich für ein theoretisches, überindividuelles, (nicht etwa metaphysisches!) „Bewußtsein überhaupt" darstellt, also als System allgemeingültiger Beziehungen, die für jedes methodisch verfahrende und denkende Erkennen gelten, weil bei ihnen von der Subjektivität der einzelnen Subjekte abstrahiert ist und so methodisch verarbeitet sind, daß sie sich allgemeingültig denken lassen. Daß diesen objektiven, aber phänomenalen Relationen etwas an sich (oder für sich) entspricht, braucht nicht bestritten werden, nur ist es nicht Objekt der Naturwissenschaft, sondern (event. meta- physisch zu deutendes) „Innensein" der Naturobjekte (vgl. Panpsychismus), die von den N. nur „von außen", einseitig-abstrakt, erfaßt werden, wobei bloß theoretisch-zweckmäßige Denkmittel (z. B. das Atom) nicht dogmatisch absolute Wirklichkeiten genommen werden dürfen (vgl. Mechanistisch, Die erkenntniskritische Grundlegung der exakten Naturwissenschaft gibt zuerst KANT, welcher die Frage Wie ist reine möglich? Es gibt nämlich in der N. „synthetische Urteile a priori" (s. Urteil), wie der Satz, daß in allen Veränderungen der körperlichen die Quantität der Materie unverändert bleibt. KANT zeigt nun, daß diese Urteile a priori (s. d.) und doch von allen Erfahrungsobjekten gelten, weil die zugrundeliegenden Begriffe ('s. und Grundsätze (s. Axiom) notwendige, konstituierende Bedingungen objektiver Erfahrung sind. bezieht sich die Erkenntnis der N. nicht auf das (unerkennbare) „Ding an sondern nur auf „Erscheinungen", d. h. Gegenstände möglicher Erfahrung, als solche nicht von einem „Bewußtsein überhaupt" unabhängig sind. Aber ins wohl verstandene der Natur, d. h. in die feinsten Elemente Struktur der Dinge als Erscheinungen kann das methodisch verfahrende kennen immer mehr eindringen; das „Ding an sich" braucht die N. zu ihren Erklärungen nicht (Prolegomena, § 57; Krit. d. reinen Vernunft). In besonderen N. ist nur soviel eigentliche Wissenschaft, als darin Mathematik anzutreffen ist (Metaphys. Anfangsgründe der N., S. VIII). „Rein" ist wenn die Naturgesetze, auf die sie sich bezieht, „a erkannt werden und nicht bloße Erfahrungsgesetze sind" (1. c. S. VI). E. KÖNIG, Kant und N., 1907; P. NATORP, Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910; H. COHEN, Logik der reinen Erkenntnis, B.BAUCH, Stud. zur Philos. d. exakten Wissensch., 1911, CASSIRER, Sub- stanzbegriff u. Funktionsbegriff, 1910; HÖNIGSWALD, Jahrb. d. Philos. I, Nach FECHNER abstrahiert die N. von aller qualitativen Betrachtung (von der „Tagesansicht"); sie „objektiviert bloß quantitativ faßbare Bestimmungen unserer äußeren Wahrnehmungen als der Natur außer uns zukommend" 1879, S. 234). Ähnlich lehrt TH. LIPPS. Nach ihm denkt die das Unmittelbare der äußeren Erscheinung zu einer quantitativer, Relationen um, so daß es sich der Gesetzmäßigkeit des Geistes fügt.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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