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Handwörterbuch der Philosophie
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454 sind Gegenstände für uns nur „bestimmte Regel der welche wir vollziehen sollen, wenn wir wahr denken wollen" (Präludien8, 1907, S. 159). Nach RICKERT hat das Urteil einen Gegenstand, nach dem es sich hat. Der Gegenstand des Erkennens ist kein Sein, sondern ein „transzendentes Sollen", eine „transzendente Norm oder Regel der verknüpfung, die Anerkennung fordert" (Der Gegenstand der 1904, S. 1, 27 ff., 72 ff., 122 ff., 200). Nach MÜNSTERBERG ist die zuerst als ein „Reich der Ziele" gegeben: „Nicht vorgefundene Tatsachen und daraus ab- geleitete Kausalgesetze sind die Wirklichkeit, sondern Zielsetzungen und Postu- late stehen am Anfang." Unser freier Wille entscheidet, daß wir die ursprüng- lich nur als Willensmotiv erlebte Wirklichkeit in ein Universum verwandeln, in dem wir selbst nur ein winziger unfreier Teil sind (Grundz. d. Psychol. I, 1900, ff.; vgl. Philosophie der Werte, 1908, S. 5 ff., 86 ff.). Nach B. PETRONIEVICS U. a. ist das „Zerfallen des Bewußtseins in Subjekt und Objekt" etwas Ursprüngliches (Metaphysik I, — Hingegen betont z. B. RIEHL: „Das ursprüngliche, empfindende und fühlende Bewußtsein kennt ein Selbst noch ein Objekt, es verhält sich in bezug auf diesen Gegensatz noch indifferent" (Der 1876 f., Die Unterscheidung von Sub- jekt und Objekt der Vorstellung ist ursprünglich nur die gleichzeitige Trennung der beiden Seiten der Empfindung. „Wir erfahren durch den Zwang, womit uns die Mannigfaltigkeit der Empfindungen bestimmt, daß das Bewußtsein durch eine Wirklichkeit begrenzt wird, die es nicht selber ist" 1, 72). — Nach W. OSTWALD gehören zur Außenwelt jene Erlebnisse, die von unserem Willen unmittelbar unabhängig sind (Vorlesungen über Naturphilos.2, 1902, S. 66 ff.). Betreffs des Ursprungs des Bewußtsein der Außenwelt (s. d.) vgl. DES- CARTES (Meditationes II, V; Princ. philos. II, das Objekt wird nur durch das Denken als konstante, identische Einheit erfaßt), LOCKE (Essay concern. hum. unterstand. IV, K. Unabhängigkeit der Wahrnehmungen von unserem Willen), HUME (Treatise IV, sct. 2: Assoziation, Fiktion eines dauernden Dinges durch die Einbildungskraft zur Ausfüllung der Lücken der Wahr- nehmung), REID (Essay on the Powers I; Inquiry II: unmittelbare Über- zeugung von der Existenz der Außenwelt); SCHOPENHAUER (Die als Wille u. Vorstellung I. Bd., § 4; IL Bd., K. 22; Vierfache Wurzel, § 21), HELMHOLTZ, E. ZELLER U. a. (unbewußte Beziehung der Eindrücke auf eine Ursache); MAINE DE (Oeuvres philos. III, 1841; Oeuvres 1859), DILTHEY (Einleit. in d. Geisteswissenschaften I, 1883; Über den Ursprung unseres Glaubens an die Realität der Außenwelt, 1890), FRISCHEISEN-KÖHLER (Wissen- schaft u. Wirklichkeit, 1912), FOUILLEE, HÖFFDING, JERUSALEM (Die funktion, 1895, S. 83 ff.), SPENCER (Principles of Psychology, ff., § ff.) u. a. (Hemmung des Willens, erlebter Widerstand); BENEKE, UEBERWEG (System d. Logik5, 1882, § 39) u. a. (Deutung der äußeren nach Analogie der inneren Wahrnehmung; s. Introjektion), NIETZSCHE (WW. XV), VAIHINGER (Die Philosophie des Als ob, 1911; s. Fiktion). — Vgl. REINHOLD, Versuch einer neuen Theorie, 1879, II; LICHTENBERG, Vermischte Schriften, 1844—53, II; De 1893, II, 11 ff.; VOLKELT, Zeitschrift f. Philos., Bd. 112; SIGWART, Logik 1889—93, E. v. HARTMANN. Das Grund- problem der Erkenntnistheorie, 1889, S. 33, 119 ff.; HÖFFDING, Psychologie2, 1893, S. 6 f., 282 ff; J. BAUMANN, Philosophie als Orientierung, 1872, S. ff.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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