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Handwörterbuch der Philosophie
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550 Reflexionsphilosophie — Regel. scheide, ob sie als gehörig zum reinen oder zur sinnlichen An- schauung untereinander verglichen werden". Die Reflexionsbegriffe sind Begriffe der Verhältnisse, in welchen die Begriffe in einem zueinander gehören nämlich: Einheit und Verschiedenheit, Ein- stimmung und Widerstreit, Inneres und Äußeres, Materie und Form (Bestimm- bares und Bestimmung). Es sind nur Begriffe der Vergleichung schon ge- gebener Begriffe, sie beziehen sich schließlich auf Anschauung und dürfen daher nicht auf das „Ding an sich" angewandt werden (gegen die, z. B. von LEIB- NIZ begangene „Amphibolie der Reflexionsbegriffe"; Krit. d. rein. Vernunft, S. 239 f.; Prolegomena, § 39). FICHTE leitet aus der Reflexion des Ich auf dessen „Setzungen" fundamentale Begriffe ab (vgl. Verstand). Nach wird das Ich durch die R. sich seiner Subjektivität an der gegenübergesetzten Objektivität bewußt (Enzyklop. § 413). Nach HERBART ist die R. die „Zurückbeugung des Gedankenlaufs auf einen bestimmten Punkt", kein Wissen um das Wissen (vgl. Selbstbewußtsein), das ins Unendliche ginge. Die R. geht von einer Vorstellungsmasse aus (vgl. Apperzeption; Lehrbuch zur Psychol.8, S. 87 f.). Auf Apperzeptionsverbindungen gründet die R. WUNDT (Grundr. d. Psychol.5, 1902, S. 301). — Vgl. HODGSON, Philos. of Reflection, 1878; KÜLPE, Philos. Studien VII; L. NELSON, Die kritische Methode, 1904; Die Unmög- lichkeit der Erkenntnistheorie, 1911 (Die R. zergliedert und verdeutlicht nur anderswoher gegebene Erkenntnisse, erzeugt keine neue wie FRIES). — Vgl. Wahrnehmung (innere). (Verstandesphilosophie) nennt besonders HEGEL die bei den abstrakt-einseitigen äußerlichen Bestimmungen des ver- standesmäßigen Denkens verbleibende im zur Vernunfterkenntnis, welche auf das innere Wesen, die konkrete Totalität und Wahrheit des Seins geht. Vgl. Dialektik. Regel (regula, Vorschrift, Norm) ist eine begrifflich bestimmte Gleichförmigkeit oder Konstanz des Seins, Geschehens oder Tuns. ist, was einer Regel entspricht oder was in der Mehrheit von Fällen, wenn auch nicht ausnahmslos, erfolgt, stattfindet. Die Regelmäßigkeit be- deutet eine relative Konstanz und Ordnung des Geschehens, die teils auf Naturgesetze zurückführt, teils selbst zur Aufstellung von Gesetzen (s. d.) An- laß gibt. Die obersten, allgemeinsten „Regeln" der Verknüpfung der Er- scheinungen sind eine Anwendung der (apriorischen) Gesetzlichkeit des Denkens, des erkennenden Bewußtseins auf den Erfahrungsinhalt. — Gegenüber dem Empirismus HUMES u. a. (s. Kausalität, Induktion) lehrt dies KANT, nach welchem der „reine Verstand" die Regelmäßigkeit der Natur (als Erscheinung) in diese selbst „hineinlegt" (s. Gesetz, Objekt, Objektiv, Kausalität). Er stellt den Begriff der „Regeln a priori" auf, welche eine Vereinigung von Vorstel- lungen als notwendig denken, und definiert die Regeln als „Urteile, sofern sie bloß als die Bedingung der Vereinigung gegebener Vorstellungen in einem Bewußtsein betrachtet werden" (Prolegomena, § 23). — Vgl. J. ST. MILL, Logik, 1877 ; H. CORNELIUS, Einleit. in die Philos., 1903, S. 253 ff.; J. SCHULTZ, Psychol. der Axiome, 1899, S. 58 (Regelmäßigkeit als Postulat); H. PERZ, Das Problem der Willensfreiheit, 1907. Über Regelmäßig- keit: WUNDT, d. physiol. Psychol. 1903, 148. — Vgl. Gesetz, Norm, Uniformität, Induktion, Regulativ, Maxime.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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