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Handwörterbuch der Philosophie
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Religion. das Kausalitätsbedürfnis (F. SCHULTZE U. a.), Abhängigkeitsgefühl (SCHLEIER- MACHER u. a.; s. unten), Wünsche (FEUERBACH U. a.), sittliche Gefühle, Be- dürfnisse und Ideale, Vergeltungsbedürfnis u. a. — Bald wird die objektive und intellektuelle Seite der R., bald ausschließlich deren subjektive und «emotionale oder praktische Seite betont, so vom Pragmatismus (JAMES U. a.; 43. unten). Die Idee der „natürlichen Religion" („naturalis religio" zuerst bei die allen Völkern gemeinsam ist, ist schon bei den Stoikern angelegt (vgl. P. BARTH, Die 1908, S. 270) und tritt später verschiedentlich auf. So bei THOMAS MORUS (Utopia 6 u.9), COORNHERT, heptaplomeres, hrsg. 1857), HERBERT VON CHERBURY (De veritate, 1624, 265 ff.), nach welchem die natürliche, auf dem „consensus gentium" beruhende R. in der Vernunft des Menschen angelegt ist und fünf Grundwahrheiten enthält (Existenz eines höchsten Wesens, Verehrung desselben, Tugend und Frömmigkeit sind der wichtigste Bestandteil des Kultus, Reue über Vergehungen, Lohn und Strafe im Jenseits). Ferner bei CH. BLOUNT, SHAFTESBURY, M. TINDAL, TOLAND, DIDEROT, VOLTAIRE, ROUSSEAU (Emile IV: Wurzel der R. im Gefühl); LES- H. S. REIMARUS (Von den vornehmsten Wahrheiten der natürlichen Religion, 1784) u. a. (vgl. Deismus). In Gehorsam und Liebe zu Gott besteht die R. nach LOCKE, SPINOZA Traktat), PASCAL, LEIBNIZ U. a. KANT basiert die R. auf die Ethik und nennt sie geradezu „eine auf die Erkenntnis Gottes angewandte Moral". Von der Ethik unterscheidet sie sich nur „formal", als „Gesetzgebung der Vernunft, um der Moral durch die aus dieser selbst erzeugten Idee von Gott auf den menschlichen Willen zur Erfüllung aller seiner Pflichten Ein- fluß zu geben". Darum gibt es nur eine einzige R. mit Glau- bensarten (Der Streit der Fakultäten, 1798). R. ist (subjektiv) „Erkenntnis aller unserer Pflichten als göttlicher Gebote". Sie ist „derjenige Glaube, der das Wesentliche aller Verehrung Gottes in die Moralität des Menschen setzt". Nur zum Behuf einer Kirche gibt es „Statuten, d. i. für göttlich gehaltene Verordnungen". Diesen „statutarischen Glauben" für wesentlich zu halten, ist dessen Befolgung ein Afterdienst ist". Auf den „guten kommt es vor allem an und auf „Gottseligkeit" (Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 1793). — Wie FORBERG Journal VIII, 1798) bestimmt FICHTE die R. als Glauben an eine sitt- liche die selbst Gott (s. d.) ist. Später ist sie ihm das „Hin- aller Tätigkeit und alles Lebens mit Bewußtsein in den einen, un- mittelbar empfundenen Urquell des Lebens, die Gottheit" (WW. V, 184 ff.; zum Leben). — Als Kern der R. betrachten das Sittlichkeitsideal den Sieg des Guten COHEN (Ethik2, 1907, S. 417 ff.; R. u. Sittlichkeit, 1907), NATORP (Religion innerhalb der Grenzen der Humanität, 1894), VAI- HINGER (Philos. des Als ob, 1911), HÖFFDING („Glaube an die Erhaltung der Werte", Religionsphilos., 1901, S. 13 ff.), WUNDT (R. als „konkrete sinnliche Verkörperung der sittlichen Ideale", Ethik2, S. 492; 4. A. 1912; System der Philos. II8, 1907), PAULSEN, HOEKSTRA, RITSCHL U. a. Das Bezogensein auf das Unendliche, Absolute betonen SCHELLING (WW. I 5, 108; I 6, 11 ff.), JACOBI, FRIES, nach welchem die „Ahnung" (s. d.) •das Göttliche ästhetisch-symbolisch erfaßt (Religionsphilos., 1832; vgl. APELT, Religionsphilos., 1860, DE WETTE, Über Religion u. 1821). — Nach Handwörterbuch. 36
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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