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Vor 1918
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Seite - 81 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 ausgeführt hat61 – was vor allem imKontext der sich zur Jahrhundertwende langsamzuspitzendenpolitischenVerhältnisse in derQuasi-Kolonie Bosnien- Herzegowina, die zu den Schüssen von Sarajevo 1914 führen sollten, vonBe- deutung ist. Was zusätzlich für die Kolonie-Hypothese spricht, die ich mit Raymond DetrezundRobertDoniateile,62 ist,dass jaauchdieDe-facto-Machtübernahme inanderenRückzugsgebietendesOsmanischenReichswieÄgyptenundTunis durch England beziehungsweise Frankreich international völlig selbstver- ständlich imRahmeneineswestlichenKolonialismusgesehenwird.Verschließt man sichdemaufgrundwackeliger und seltenhinterfragterKriterien,wonach KolonieundMutterlandnormalerweisedurcheine„großeMengeSalzwasser“63 voneinandergetrennt sind, sohält einenparadoxerweisedie eigene imaginäre Geografie,wasdennnunEuropaseiundwasnicht–also letztlichEurozentris- mus! – davon ab, denKolonialismus der Landmächte Russland,Deutschland, Österreich-UngarnundderOsmanen ebensowiebritischeKolonienauf euro- päischemBoden (Stichwort: Irland) als das anzusehen, was sie letztlich sind. (Post-)kolonialoder (post-)imperial?EinLösungsvorschlag Parallel zummanifesten kakanischenErsatzkolonialismus inBosnienundder Herzegowina zwischen 1878 und 1918 sehen wir im kollektiven politischen Imaginären des habsburgischen Zentraleuropa quasikoloniale und postkolo- nialeFormenundFantasienamWerk,diesichnichtnurbiszumheutigenTagin der Literatur, sondern auch in diversen kulturellen Gebrauchstexten der k.u.k.-Zeitgenerellniederschlagen.Dieskommtnachgeradeparadigmatischin einem 1889 erschienenen ethnografischen Text eines deutschsprachigen Sie- benbürgersmitpolnischenWurzeln,desSprachwissenschaftlers,Volkskundlers undTsiganologenHeinrichvonWlislocki (1856–1907), zumAusdruck: „Ziehenwir neben diesemKastenunterschied [!], der sich auch auf die Jugend er- streckt,nocheinengewissenHangzumbeschaulichenLeben,womöglichohneArbeit undMühe, inBetracht, sodürfenwirunsnicht imgeringstendarüberwundern,daß 61 Balandier, The Colonial Situation (wie Anm.16), S. 57: „The history of colonial societies revealsperiodsduringwhichconflicts aremerely latent,whena temporaryequilibriumor adjustmenthasbeenachieved, andperiodsduringwhichconflicts rise to the surface.“ 62 Vgl. Donia, The Proximate Colony (wie Anm.42); RaymondDetrez, Colonialism in the Balkans. Historic Realities and Contemporary Perceptions, in: Kakanien revisited. URL: <http://www.kakanien-revisited.at/beitr/theorie/RDetrez1.pdf> (zuletzt abgerufen am 12.01.2018). 63 Vgl.RupertEmerson,Colonialism,in:DavidL.Sills(Hg.),InternationalEncyclopediaofthe SocialSciences,Bd.3,NewYork1968,S. 1–5,hierS. 1. (Post-)Kolonialismus in ,Kakanien‘ 81
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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