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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 alsHinterlandderFrontbehandelt, indemfürSicherheit zusorgenwar, fürdie VerbindungmitderFeldarmeeundmitderMonarchie.EshattedieKostender Besatzungsverwaltung und der hier stationierten k.u.k.-Reserve-Einheiten, LinienbatailloneundanderenbewaffnetenStrukturenderMonarchiezudecken, vorallemaberfürdenHabsburgerstaatLebensmittelundRohstoffezuliefern.In derWirtschaftspolitikbeschränktemansichnichtauf,Raubwirtschaft‘,sondern war auchbestrebt, nebendemAusbaudesVerkehrsnetzes dieAnbaufläche zu vergrößern, die Ernteerträge zu verbessern, die verlassenenGüter zu bewirt- schaften unddie Förderung vonRohstoffen inGang zu bringen, wozu eigens Fachleute (etwaOberst JohannvonBalzar imRevier vonDa˛browa) undMili- täreinheiten(unteranderemalsErntekompanien)eingesetztwurden.35Dochin derAuffassungderPolen ausderBesatzungsverwaltunghielt dieBevölkerung desKönigreichs „…die derzeitigeHerrschaft imVergleich zur russischen für schwachundbeginntsiegeringzuschätzen“.36Davonzeugteauchdieverbreitete BezeichnungderÖsterreicherals „Penner“. ZubedeutendenVeränderungenimVergleichzurrussischenRegierungkam es imBereichder Politik.Die insgesamt legaleArbeit der Parteienundpoliti- schenGruppierungen,Vereine, schulischen,paramilitärischen,Selbsthilfe-und Jugendorganisationen (Pfadfinder) ging einher mit einer geheimdienstlichen Durchdringung.Diesbetraf auch illegaleFormenpolitischerundmilitärischer Betätigung. Neuheitenwaren neben dem erwähnten Einverständnis zur Feier nationaler JahrestageundzupolitischenKundgebungen insbesondereGesprä- che der Besatzungsbehördenmit deren Organisatoren, um sie in Konfliktsi- tuationen ohne Gewaltanwendung auflösen zu können.37 Zu breitangelegten RepressionengriffmanerstnachdenMassenprotestengegendieBeschlüssedes Friedensvertrags vonBrest-Litowsk, alsWien darauf verzichtete, Politiker des KönigreichsPolenfüreinedualistischeMonarchiezugewinnen.Derneue,letzte GeneralgouverneurAntonLiposˇc´ak stellte dieBeziehungen zudenpolnischen Behörden und Einrichtungenwieder her, die nach demBrester Vertrag abge- brochenwordenwaren.DieGesprächebetrafendenTermin, zudemdieBesat- zung aufgehobenwerden sollte, unddenPreis, dendie polnische Seite für die ZurücklassungvonBesitzundauchMannschaftenzuzahlenhatte–inFormvon Lebensmittel-undKohlelieferungen.TrotzdesFehlenseiner letztendlichenEi- nigungberiefLiposˇc´akam2.November1918eineallgemeineVersammlungder Offiziere des Generalgouvernements ein, entließ sie aus dem demKaiser ge- schworenen Eid und übergab die Macht formal an den polnischen Regent- 35 Hausner,DiePolenpolitik (wieAnm.6), S. 364–367. 36 Hupka,ZczasjwWielkiejWojny(wieAnm.13), S. 135. 37 Hausner,DiePolenpolitik (wieAnm.6), S. 178. JanLewandowski166
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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