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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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128 6 Raum SC/FCHakoah In der Retrospektive werden der SCHakoah bzw. dessen Fußballsektion, der FCHakoah, in territorialer Sicht zumeistmit ihremSportplatz inderKrieau im Prater identifiziert. Ihre vorherige Heimstätte, der sogenannte Birner-Platz in Floridsdorf, aufdemderKlubvon1913bis 1919„unterprimitivstenVerhältnis- sen“ tätigwar,wirdmeist in einer Fußnote als inadäquat undunterdimensio- niert abgetan.75 Er war schwierig zu erreichen, lag neben einer Müllablage- rungsstätte und es gab nur alte Eisenbahnwaggons als Garderoben.76 Zudem lag er eben in einem Arbeiterbezirk. Friedrich Torberg erinnerte sich in der Rückschau, dass dieHakoah „auf erbärmlichenVorstadtplätzen“ agierenund sichmit„erbärmlichenPülcherklubsundderenAnhängern“herumzuschlagen hatte.77 Als nach 1918 die Zahl derHakoah-AthletInnenwie jene der AnhängerIn- nen beträchtlich anstieg, wurde der Platz definitiv zu klein undman begann miteiner intensivenSuchenachdemOrt füreinneuesStadion.DieSuchenach einem Grundstück erfolgte zunächst in unmittelbarer Umgebung des alten Platzes.78 Als Verhandlungen über die Errichtung eines Sportplatzes auf dem „Inundationsgebiet“, einemdie regulierteDonaulinksufrigbegleitendenÜber- schwemmungsgebiet, fehlgeschlagenwaren, fandman einen Partner im Flo- ridsdorferGymnasium,dessenLeitungbereitwar, ihrSportarealmitderHako- ahgemeinsamzunutzen.AuchderGrundeigentümerhattebereitszugestimmt. Als vehemente Gegner der Abmachung erwiesen sich allerdings die sozialde- mokratischenBezirksbehörden, der ganz in derNähebeheimatete Floridsdor- fer AC und der sozialdemokratische SportverbandVAS: Sie alle forderten das Areal für denArbeitersport.79 Als Argumentwurde imAugust 1919 angeführt, dassdieHakoahandiesemOrt „nichtbodenständig“ sei. IgnazHermannKör- 75 Karl Haber, Kleine Chronik der HakoahWien. Teil 1: 1909–1938. In: Jüdisches Museum Wien (Hg.),Hakoah, 23–30,hier 23. 76 SusanneHeleneBetz, VonderPlatzeröffnungbis zumPlatzverlust.DieGeschichtederHa- koah Wien und ihrer Sportanlage in der Krieau 1919–1945. In: Betz, Löscher, Schölnberger (Hg,), „...mehr als einSportverein“, 150–184, hier 151. 77 FriedrichTorberg,Warum ich stolz darauf bin. In:Baar (Hg.), 50 JahreHakoah, 278–283, hier 279. 78 ArthurBaar, Fußballgeschichten. ErstesundHeiteres.HakoahWien (TelAviv 1974) 26ff. 79 ÖStA,HHStA,Hofaerar,Karton8,Mappen1337, 1442, 1456;Karton5,MappeFile845;Kar- ton 6,Mappe 992; ÖStA, AdR, Soziales, Arbeit, Gesundheit und Sport, BM f. Soziale Verwal- tung, 1. Republik, BestandVolksgesundheit, Karton1638, 27668 und 26220. FürwichtigeHin- weise und die Überlassung von Kopien sämtlicher Archivalien danken wir Susanne Helene Betz.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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