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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Matthias Marschik 7 Sport indenMedien Der Sport, vom professionellen Fußball über die Olympischen Spiele bis hin zumHandballspiel, zumNeulings-Boxturnier oder zur Frauen-Leichtathletik- meisterschaft, hatte sich einen fixen Ort in den österreichischenMedien der Zwischenkriegszeit erobert. KeineTageszeitungderErstenRepublik kamohne Sportteil aus.AuchdieArbeiter-Zeitung, dieaufdasproletarischeSportgesche- hen fokussierte, sah sichgezwungen, regelmäßigüberdiebedeutendenEreig- nisse des bürgerlichen und des Profisports zu berichten. Und selbst die kom- munistische Rote Fahne kam am Sport nicht vorbei. Sie beinhaltete neben einigenHinweisen auf kommunistische Sportveranstaltungen stets auchArti- kel zu allgemeinen Sportthemen, freilich mit durchwegs kritischem Tenor. Ebenso setzte das Mitte der 1920er-Jahre aufkommende Radio, sowohl die RAVAGwie derArbeiter-Radio-BundÖsterreichs (ARABÖ), schon sehr früh auf aktuelle Sportberichteund -reportagen. Ein „Mediensport“ im engerenWortsinn, wonach die Medienrealität der SportrezeptionmassivvomErlebenvorOrtabwichundsichdieSportereignisse unmittelbar an die Bedürfnisse der Medienberichterstattung anpassten, lässt sich wohl erst ab der Popularisierung des Fernsehens in den 1960er-Jahren konstatieren.1Dennochkannschon inderErstenRepublik von„Mediensport“ gesprochenwerden,wennmanberücksichtigt, dass der Großteil des Sportge- schehens eben nichtmehr über denAugenschein direkter Anwesenheit, son- dernüber denFilter derMedienundausder Sichtweise von Journalisten rezi- piertwurde.2Doch selbstwer bei einemEreignis live zugegenwar, erfuhr aus denMedienzusätzlicheHintergründe,wiedasEventabgelaufenundwarumes zumErgebnis gekommenwar. Die emotionaleUnmittelbarkeit desDabeiseins wurde dabei durch eine lineare und reflexive Distanz ersetzt oder zumindest ergänzt,was einegeänderte FormdesErlebens erzeugte. FragennachdemRaum,denHandlungsoptionen,der Identitätebensowie nach der Fremdwahrnehmung jüdischer Sportfunktionäre kommenalso nicht ohne einen genauen Blick auf die zeitgenössischenMedien und ihre Inhalte 1 Jürgen Schwier (Hg.), Mediensport. Ein einführendes Handbuch (Hohengehren 2002); Otto Penz, Produktion und Kodes desMediensports. In: MatthiasMarschik, RudolfMüllner (Hg.), Sind’s froh,dassSie zuHausegebliebensind.MediatisierungdesSports inÖsterreich (Göttin- gen 2010) 38–50. 2 MatthiasMarschik,ModerneundSport. TransformationenderBewegungskultur. In:Matthi- asMarschik, RudolfMüllner, OttoPenz, GeorgSpitaler (Hg.), Sport Studies (Wien 2009) 23–34. Open Access. © 2019 Matthias Marschik, publiziert von De Gruyter. Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Lizenz (CC BY 4.0). https://doi.org/10.1515/9783110553314-007
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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