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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: Wiener Sport im Feuilleton 179 Gebarungunserer großenFußballvereinemuß reformiertwerden, unddadarf mandasHaupt, die Leitung, nicht vergessen.“58 ReichsVorstellungen fürdenProfifußball tendiertenklar inRichtungwei- terer Ökonomisierung und Professionalisierung: Nicht die „Orthodoxen, die professionellenScheinamateurismuswollen“, sonderndie„Modernen“,dieei- nen „A.-G.-Professionalismus erstreben“, sollten die Entwicklung bestimmen: „EinProfessionalklub ist einGeschäftunddamit esein reinlichesundkontrol- lierbaresGeschäftsei,mußalserstesGebotaufgestelltwerden: JederProfessio- nalklub ist eine A.-G.!“ Das bedinge allerdings eine neue professionelle Art, Vereinezu führen. „AktiengesellschaftundVereinsmeierei istunvereinbar.Die Vereinsmitglieder müssen aus den Klubs hinaus“, zumindest in dem Sinne, dass sie keinMitspracherechtmehrhätten.59DassdieweitereEntwicklung im WienerFußballnicht imSinneReichswaroder ihmzumindestviel zu langsam ging, belegt einer seiner letztenTexte imNeuenWiener Journal: Noch imMärz 1929 verwies er in einer satirischenBeschreibungeinerAusschuss-Sitzungder Profiklubs einerseits auf dieMacht, andererseits die Unfähigkeit der Funktio- närsriege.60 JüdischePersönlichkeiten WasseineeigeneVereinspräferenzbetrifft,hielt sichEmilReich inseinenArti- keln bedeckt. Dass er relativ häufig über die Hakoah schrieb, kann einer An- hängerschaft (immerhinwar er inderGründungsphaseVizepräsident) ebenso entwachsen seinwie der paradigmatischenVerortung des Klubs vomAufstei- ger zumerstenProfessionalmeisterunddemdarauf folgendensportlichenAb- stieg. Kein inhaltliches Naheverhältnis zeichnet sich zu den Amateuren bzw. zumFKAustria ab. Allerdings fällt Reichs Insiderwissenbezüglichdieser bei- denKlubs auf. In derenBeschreibung scheint er geradezudarauf bedacht ge- wesen zu sein, Worte wie „jüdisch“ und „zionistisch“, aber auch „national“ oder„antisemitisch“ radikal zuvermeidenundsie inacht Jahrenkeineinziges Mal zu verwenden. Er legte großenWert darauf, die Hakoah und die Austria als Vereine wie alle anderen zu beschreiben, ausgezeichnet höchstens durch einebesondereFinanzkraft undaußerordentlicheSporterfolge. EmilReichhat alsoweder die Hakoah noch die Austria als besondere Klubs beschrieben, er bemühte sich jedoch, siealsMitgliederder imÜbergangzumoffenenProfessi- 58 EmilReich, Profi-Gagen. In:NeuesWiener Journal (25.4.​ 1926) 19. 59 EmilReich, A.-G.- Professionalismus. In:NeuesWiener Journal (29. 11.​ 1925) 19. 60 EmilReich, Fußballbrüderschaft. In:NeuesWiener Journal (17. 3.​ 1929) 19.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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