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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 186 -
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186 8 Konflikte innerhalbderzionistischen(Sport-)BewegungundihrenführendenFunktionä- ren führte, diemehrmals wegen differierender Ansichten in dieser Frage de- missionierten.Sowar imJahr1929derSchriftstellerundLibrettistFritzLöhner- Bedaals Präsident derHakoahzurückgetreten.Dies sei „auspolitischenMoti- ven verursacht worden [...]. Ein von ihm gestellter Antrag, daß die Mitglied- schaft einer anderenals einer jüdischenpolitischenPartei unvereinbar ist, sei [...] zurückgewiesen worden, da man Repressalien der sozialdemokratischen Partei befürchtenmüsse.“12 Hintergrund der jahrelangen Querelen innerhalb desSCHakoah,aberauchzwischendemSport-unddemausgegliedertenFuß- ballklub waren jedenfalls gravierende Meinungsverschiedenheiten über die primäre Agenda der Hakoah: Offensive und internationale Werbung für den Zionismus (verbundenmit Spitzen-undWettkampfsport) standdabeider Idee der Ausbildung einer starken jüdischen Jugend (verbundenmit Breitensport) für viele Jahre unvereinbar gegenüber. Dass der jeweilige majoritäre Stand- punkt desHakoah-Vorstandesmit denaktuellenErfolgenderHakoah-Sportle- rInnenkorrelierte, istdenSportseitender zionistischenPresseebensodeutlich zuentnehmenwiediedamit verbundenenRochaden inderVereinsführung. Die Höhe der zumindest anfänglich investierten Summen im Fußball machte dieHakoahaber auch zur ZielscheibewütenderAngriffe derArbeiter- Zeitung,derenArtikel oft zugleichals linkeKritik andenkapitalistischenAus- wüchsendes professionellen Fußballbetriebs und–damit nicht notwendiger- weise inWiderspruch stehend – als antisemitische Angriffe zu lesen waren. Jüdische Funktionäre und deren „Preßheerbann“, die jüdischen Journalisten (etwa der „Börsen-Kolisch, Auskneif-Steiner, Willy Meisl“ und die „anderen Schwachköpfe“),13 waren oft Zielscheibe polemischer, sehr persönlich formu- lierter antisemitischerAngriffe. SoschriebWillySchmieger, ebenfallsmit anti- semitischemUnterton, über die SportredaktionderArbeiter-Zeitung: „Ichken- nedieHerrennicht,abernachdemwassieschreiben,stelle ichmirunter ihnen ganz sonderbare Naturerscheinungen vor, die allerdingsmit einem christlich- germanischen Schönheitsideal, wenn es ein solches gibt undwie immerman es sichvorstellemöge, verfluchtwenigÄhnlichkeit besitzendürften.“14 EinweitererPunkt, andemsich innerverbandliche, inderFolgeaberauch mediale Konflikte entzündeten, war jener einer „jüdischen Nation“,15 wie er 12 DieNeueWelt (1. 11.​ 1929) 10. 13 Arbeiter-Zeitung (28. 12.​ 1924) 12. 14 Illustriertes Sportblatt (3. 10.​ 1925) 6. 15 ZurFrageder„jüdischenNation“vgl.EvaKreisky, SaskiaStachowitsch, JüdischeStaatsper- spektiven:Kosmopolitismus,AssimilationismusundZionismus. In:EvaKreisky,SaskiaStacho- witsch (Hg.), Jüdische IdentitätenundantisemitischePolitiken imösterreichischenParlament 1861bis 1933 (Wien/Köln/Weimar 2017) 35–60.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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