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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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194 8 Konflikte fremdeVölkerunterdrückten“.47Auch1918hätten sich jüdischeRevolutionäre bzw.„volks-undlandesfremdeElemente“ invielenLänderndieMachtangeeig- net,DeutschsHandelnwäre indiesemSinnals „Schufterei“ zuverstehen.48 DerweitereProzesssollte imWahlkampfjahr1923, indemDeutschdieFüh- rungdesneugegründetenRepublikanischenSchutzbundesübernahm, starke mediale Aufmerksamkeit erlangen, verlief aber anders als von Deutsch er- wünscht.ObwohlderPolitikerhohenAufwand indieVorbereitungseinerAus- sagelegteunddiebetreffendeRedenachträglichsogaralsBroschüreveröffent- lichen ließ,49 folgte das Provinzgericht in Grein in der zweiten Verhandlung derantisemitischenArgumentationderVerteidigung.ZwarwurdeReinl fürdie Verwendungdes verspottendenBegriffs „Schuft“ verurteilt, nicht aber für das zunächstgefalleneWort„Schuftereien“. ImUrteilhießes,daDeutsch„wenigs- tens teilweise jüdischerAbstammung“ sei, stelle „sich die Bezeichnung seiner Handlungen als ‚Schuftereien‘ in dem angeführten Sinne lediglichalsdieBehauptungdar,daßderselbe für seineNationzumSchadeneinerande- ren tätig sei. Da aber eine solche Handlungsweise nach den geltenden Anschauungen nicht alsunehrenhaft gilt,war indieserBeschuldigungkeineEhrenbeleidigung imSinne desStrafgesetzes zu erblicken.“50 BeideParteienberiefen,dochdie imNovember 1923 folgendeVerhandlungam Linzer Landesgericht sollte nochungünstiger fürDeutschverlaufen.Während seineAnwälte u.a. versuchten, die bizarre „Schufiden“-Argumentation zuwi- derlegenundgegendieVerrohungderpolitischenSpracheaufzutreten,51 kon- zentrierte sich der Verteidiger Gürtler auf die angebliche „Minierarbeit“ Deutschs bei seiner Tätigkeit im kaiserlichen Kriegsministerium 1917/18. Tat- sächlichwurde der Angeklagte Reinl nun auch für die Schmähung Deutschs als „Schuft“ freigesprochen, durch verschiedene Passagen in Deutschs Buch „Aus Österreichs Revolution“ sei von der Verteidigung der Wahrheitsbeweis erbrachtworden.52 In seiner Rede vor demGreiner Gericht hatteDeutsch vor allem zumVor- wurfdesangeblichgebrochenenOffiziers-TreueeidsandenKaiserStellungge- nommenunddiesenzurückgewiesen.53Bezeichnenderweisegingerabernicht 47 (Linzer)Tages-Post (19. 5.​ 1923)8.DieGerichtsprotokolledesProzessesdürftennichterhal- ten sein. SchriftlicheAuskunft desOberösterreichischenLandesarchivs, 8. 3.​ 2016. 48 (Linzer) Tages-Post (19. 5.​ 1923) 8. 49 JuliusDeutsch, TreueidundRevolution. EineRedevorGericht (Wien 1923). 50 Arbeiter-Zeitung (28.6.​ 1923) 2. 51 NeueFreiePresse (7. 11.​ 1923) 9, (Linzer) Tagblatt (7. 11.​ 1923) 6. 52 NeueFreiePresse (7. 11.​ 1923) 9. 53 ZueinerDarstellung seinerArgumente sieheausführlichSpitaler, LostHonor.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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