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erschienen, als auchdieser harmloseMannmitwüsten ‚Saujud!‘-Rufen empfangenwur-
de, ‚Varzupf di nachGalizien, ostjüdisches Schwein!‘ Aber daswar nur der Anfang. Das
Spielbegannundfast jedeAktionderHakoahleutewurdevondemGeheulderantisemiti-
schen Banden begleitet: ‚Jüdischer Bankert!‘, ‚Binkeljud!‘, ‚Auf nach Zion!‘, ‚Tret’ts dem
Hebräer ’nBauch ’nein!‘, ‚Wanndie g’winnengibt’s anPogrom!‘“121
DieArbeiter-ZeitungsahdieHakoahjedochauchalsselbstverschuldetesOpfer:
„Hakoah, die es unbedingt nötig hat, umSport betreiben zu können,mit allen Feinden
des Judentumsverbandelt zu sein,bekamgesterneineLektion,die ihreverantwortlichen
Herren doch einmal zum Nachdenken bringen wird. Sie könnten sich ein anderes Ge-
schäft aussuchen, in dem sie und ihre Spieler wenigsten vor dem ‚Killen‘ gesichert
sind.“122
ImdeutschnationalenNeuenMontagsblattwardagegenzu lesen„DasHakoah-
Matchmit demüblichenSkandal“.Undweiter:
„Hakoah-Wettspiele kann man sich schon nachgerade ohne Skandal nicht vorstellen.
BrüllendeFanatiker imPublikum,diedemAnsehennachzur Intelligenzgehörenwollen,
und eine ‚Kampfmannschaft‘ auf demSpielfeld […]. Daß auch der Sportklub diese uner-
freuliche Gangart einschlug, ist bedauerlich, festgestellt sei aber, daß die Hakoah den
Anfanggemachthatte.“123
InderWienerMorgenzeitung lassichdieNachbetrachtungunterdemTitel„Ha-
kenkreuzlertumulte auf derHohenWarte“ schließlich so:
„Roheitsakte, Zusammenstöße zwischen Spielern und imPublikum,Disziplinlosigkeiten
auf dem Spielfelde, Ausschlüsse und turbulente Ereignisse auch rund um die Barriere
kennzeichnendieses gestrigeMeisterschaftsspiel, das so gar nicht der Tradition der bei-
denVereineentsprach. [...]AuchnachdemSpielesetztensichdieseHakenkreuz-Demons-
trationen fort. Der deutscharische Anhang des Sportklubs schien sich bei diesemWett-
spiel für die kommendenWahlenvorbereitet zuhaben.“124
EinigeTage später gabderWienerVerband–nachderUntersuchungderVor-
kommnissedurcheinKomitee,demu.a. JosefGeröangehörte–eineStellung-
nahmeab, inder erdementierte, dassdieVorfälle aufderHohenWartepoliti-
schenHintergrundgehabthätten. „Erst nachdemSpiel hätten sichaußerhalb
desSportplatzesZusammenstößeereignet, ‚diekeinesfallsaufgegnerischepar-
teipolitische Ursachen zurückzuführen seien‘“. Der Verband sei „fest ent-
121 Arbeiter-Zeitung (7. 3. 1927) 5.Vgl.Spitaler,Wiener Sport-Club.
122 Arbeiter-Zeitung (7. 3. 1927) 7.
123 NeuesMontagsblatt (7. 3. 1927) 8.
124WienerMorgenzeitung (7. 3. 1927) 4.
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Titel
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Untertitel
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Autoren
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 376
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918