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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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210 8 Konflikte erschienen, als auchdieser harmloseMannmitwüsten ‚Saujud!‘-Rufen empfangenwur- de, ‚Varzupf di nachGalizien, ostjüdisches Schwein!‘ Aber daswar nur der Anfang. Das Spielbegannundfast jedeAktionderHakoahleutewurdevondemGeheulderantisemiti- schen Banden begleitet: ‚Jüdischer Bankert!‘, ‚Binkeljud!‘, ‚Auf nach Zion!‘, ‚Tret’ts dem Hebräer ’nBauch ’nein!‘, ‚Wanndie g’winnengibt’s anPogrom!‘“121 DieArbeiter-ZeitungsahdieHakoahjedochauchalsselbstverschuldetesOpfer: „Hakoah, die es unbedingt nötig hat, umSport betreiben zu können,mit allen Feinden des Judentumsverbandelt zu sein,bekamgesterneineLektion,die ihreverantwortlichen Herren doch einmal zum Nachdenken bringen wird. Sie könnten sich ein anderes Ge- schäft aussuchen, in dem sie und ihre Spieler wenigsten vor dem ‚Killen‘ gesichert sind.“122 ImdeutschnationalenNeuenMontagsblattwardagegenzu lesen„DasHakoah- Matchmit demüblichenSkandal“.Undweiter: „Hakoah-Wettspiele kann man sich schon nachgerade ohne Skandal nicht vorstellen. BrüllendeFanatiker imPublikum,diedemAnsehennachzur Intelligenzgehörenwollen, und eine ‚Kampfmannschaft‘ auf demSpielfeld […]. Daß auch der Sportklub diese uner- freuliche Gangart einschlug, ist bedauerlich, festgestellt sei aber, daß die Hakoah den Anfanggemachthatte.“123 InderWienerMorgenzeitung lassichdieNachbetrachtungunterdemTitel„Ha- kenkreuzlertumulte auf derHohenWarte“ schließlich so: „Roheitsakte, Zusammenstöße zwischen Spielern und imPublikum,Disziplinlosigkeiten auf dem Spielfelde, Ausschlüsse und turbulente Ereignisse auch rund um die Barriere kennzeichnendieses gestrigeMeisterschaftsspiel, das so gar nicht der Tradition der bei- denVereineentsprach. [...]AuchnachdemSpielesetztensichdieseHakenkreuz-Demons- trationen fort. Der deutscharische Anhang des Sportklubs schien sich bei diesemWett- spiel für die kommendenWahlenvorbereitet zuhaben.“124 EinigeTage später gabderWienerVerband–nachderUntersuchungderVor- kommnissedurcheinKomitee,demu.a. JosefGeröangehörte–eineStellung- nahmeab, inder erdementierte, dassdieVorfälle aufderHohenWartepoliti- schenHintergrundgehabthätten. „Erst nachdemSpiel hätten sichaußerhalb desSportplatzesZusammenstößeereignet, ‚diekeinesfallsaufgegnerischepar- teipolitische Ursachen zurückzuführen seien‘“. Der Verband sei „fest ent- 121 Arbeiter-Zeitung (7. 3.​ 1927) 5.Vgl.Spitaler,Wiener Sport-Club. 122 Arbeiter-Zeitung (7. 3.​ 1927) 7. 123 NeuesMontagsblatt (7. 3.​ 1927) 8. 124WienerMorgenzeitung (7. 3.​ 1927) 4.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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