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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Konflikte aus zionistischer Perspektive 215 tenSitzplätzenstürmteder ‚Intelligenz-Mob‘aufdasSpielfeldunddrangaufSchiedsrich- ter Schmidt ein.“139 Gar nicht selten hing es aber wohl vom Vorverständnis und von der Lesart einesTextes ab, ober antisemitischverstandenwurdeodernicht. AlsBeispiel dafür sei ein Beitrag zur „völkerversöhnendenMission“ des Sports zitiert, der aufeineGemeinschaftunterEinschlussvonJudenundJüdinnenabzielte, aber allein aufgrund der besonderen Erwähnung von Juden auch gegensätzlich, alsoalspure Ironie,gelesenwerdenkonnte:Sowurdeder6:0-Länderspielsieg gegenUngarnam10.April 1927vonMaxLeuthe imRahmenseiner satirischen Glossen als Akt einer performativen Österreich-Identität, mit dem Jüdischen alsTeildavon,beschrieben:„UnsEinheimischenhatdergroßeSiegvölliggeei- nigt, obmir jetzten von die Hochrotenwaren oder von der Einheitslisten; es haben die Juden und Hakenkreuzler sich gegenseitig Zigaretten angeboten, und der Tandler140 und der Heinl141 haben miteinander aus einem Kracherl getschechertundSchockeisundEskimomiteinandergeteilt. InsolchenerSitu- ationwerdenebenMenschen,diewas sonst alsHiähnenherumschleichen, zu Lamperln, undhinter allenBrüsten schlägt dasHerznur österreichisch.“142 Konflikte aus zionistischerPerspektive Matthias Marschik VondezidiertantisemitischenAngriffenbiszuversteckten, teilweisenurausden zeitgenössischenKontextennachvollziehbarenAnspielungen,dieverklausuliert auf jüdischeDifferenzverweisen, reichendiemedialenDarstellungen jüdischen SportsundjüdischerSportfunktionärInnen.Nichtnur inderdeutschnationalen, sondern ebenso in der bürgerlichen und der sozialdemokratischen Presse lag diesenZuschreibungenoft ein antisemitischer Tenor zugrunde, der ausunter- schiedlichsten jüdischenPersoneneinedurchAbstammunghomogeneGruppe machte.DieexternenDifferenzierungenbeschränktensich invielenFällenauf die Unterscheidung, ob und wie das Jüdischsein etwa eines Funktionärs Er- wähnung fandodernicht. Ungleich diffiziler gestaltete sich die Sicht aus einerwie immer gearteten „jüdischen“Perspektive. ImVersuch,dieKomplexitätdieserAusverhandlungs- 139 Reichspost (17.6.​ 1920) 7. 140 Der sozialdemokratische (und jüdische)WienerGesundheitsstadtrat Julius Tandler. 141 Der christlichsozialeNationalratsabgeordneteEduardHeinl. 142 Sport-Tagblatt (13.4.​ 1927) 2.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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