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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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220 8 Konflikte ohneHämewurdeberichtet, dassRapid imHerbst 1919 seinen jüdischenVize- präsidentenFeßler, „dessen freigebigeBrieftascheoftundoftausgeholfenhat- te, der zu den Pionieren des Vereins zählte“, einfach abserviert und aus dem Verein ausgeschlossen hatte.162 Vielfachwurde einem solchen „assimilierten“ Judentumaber auch unterstellt, den Sport nur zur Befriedigung persönlichen Ehrgeizeseinzusetzen,dessenhöhereZieleaberzuvergessen.Umgekehrtwur- den „jüdische“ Funktionäre ohneNähe zumZionismus auch schon einmal zu Freunden der Hakoah gemacht: Als der Klub 1933 eine Finanzkrise überstan- denhatte,danktemanallenHerren,„diesichumdieHakoahverdientgemacht haben“, und nannte dabei neben Meisl besonders Dr. Gerö vom WFV und Dr. Schwarz vonderAustria, aber auchdenNationalsozialistenRichardEber- staller.163 Arier, AntisemitenundKonvertiten DieVerwendungderBegriffe „assimiliert“ bzw. „Assimilanten“ inder zionisti- schen Presse war nicht stringent: Es können damit sowohl nichtzionistische Juden als auch Konvertiten gemeint sein. Ihre Bewertung erfolgte vor allem nach ihremVerhältnis zum jüdischnationalenSport. DerPräsident desHaupt- verbandes fürKörpersport und spätereÖOC-PräsidentMartinHaudekundan- dereKonvertitenwurdenbeispielsweisemassivals„israelitischeAssimilanten“ angegriffen.DemzionistischenSport sei vondieserSeite stetsdiegrößteAver- sion entgegengebrachtworden. Schonals dieHakoahersteErfolge errang, sei „die Assimilation […] unruhig“ geworden: „Sie fürchtete für ihre Positionen, wolltenichtals ‚rassenverwandt‘kompromittiertwerdenundjüdischeFunktio- näre oder solche jüdischer Abstammung taten damals alles, umdenAufstieg der Hakoah zu hemmen.“164 So sei der „Täufling“ der vehementeste Gegner des jüdischenSports: SchonbeiderAufnahmederHakoah indenFußballver- bandhabe esnur eineGegenstimmegegeben, und „daßdieserHerr einDeut- scher mosaischer Konfession war, ist nur zu selbstverständlich“.165 Es seien, so die gewagteGleichsetzung, vor allem„AssimilantenundAntisemiten“, die den Judenund Jüdinnen jegliche sportlicheEignungabsprechenwürden.166 162WienerMorgenzeitung (25.9.​ 1919) 5. 163 DieNeueWelt (27. 1.​ 1933) 10. 164 DieStimme. JüdischeZeitung (10.5.​ 1928) 14. 165 B. [vermutlichFritzBaar], JüdischerSportundAntisemitismus. In:WienerMorgenzeitung (1.6.​ 1919) 8. 166WienerMorgenzeitung (2. 10.​ 1919) 5.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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