Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 222 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 222 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

Bild der Seite - 222 -

Bild der Seite - 222 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

Text der Seite - 222 -

222 8 Konflikte Recht anmaßen, über die Hakoah das Todesurteil zu fällen“. Die „jüdischen Journalisten‘“ versuchten, „den jüdischnationalen Verein zu diskreditieren. WährenddiearischenBlätter strengsachlichüberdieKrisederHakoahschrei- ben, nimmt die sogenannte Judenpresse in der böswilligstenArt Stellung“.175 Der „jüdische“ Sportjournalismus trage entscheidend zur „Verhetzung und Aufreizung“ bei. DieMorgenzeitung schrieb sogar davon, dass „einemRabbi- sohn […] in einer schwachen Stunde‘“ ein „Giftgas gegen die jüdischeMann- schaft“ entfahren sei. Der „blaugelb“ gefärbte Autor (d.h. ein Anhänger der Vienna)habesichmit seinemBericht „indieersteReiheder jüdischenAntise- miten“ gestellt und nichts weniger als eine „Pogromankündigung“ in den Raumgestellt. Daher sei dieGleichsetzung legitim: „AntisemitismusvonAssi- milanten und Hakenkreuzterror. Das ist die Einheitsfront gegen die Ha- koah“.176 Konfliktemit derSozialdemokratie und linkenZionisten Der „allgemeine“ bzw. revisionistische Zionismus distanzierte sich vehement vonden linkenZionistender Poale Zion, aber ebenso vonder Sozialdemokra- tie, die nur „Assimilations- undKorruptionskeimeohnegleichen in die Juden- schaft Oesterreichs hineingetragen“ habe.177 Das Werben der SDAP um „die Stimmen der Juden“ sei eine „schamlose Zumutung“, ihre Wahlwerbung „HohnundVerhetzung,wiesieschlimmervonRadauantisemitennichterdacht werdenkönnen“.Denn„umchristlicheStimmenzufangen“,hättendieSozial- demokraten auch „an die niedrigsten antisemitischen Instinkte“ appelliert.178 ImSportwurdenzionistischeArbeitersportlerInnenebensoalsFeindbildgese- henwiederArbeitersportdes„RotenWien“, indemzudemzahlreiche„assimi- lierte“ Judenund Jüdinnen tätigwaren.Die sozialdemokratischePressewurde immer wieder wegen antijüdischer Aussagen angeprangert und der „Lüge“ bzw. der „unreifen Ausführungen“ gegenüber der jüdischen Sportbewegung geziehen.179 Gerade Fritz Baarmokierte sich über den „rote[n] Schmock“ der Arbeiter-Zeitung,180 als diese den „besseren“ Hakoah-Anhang vom „Franz-Jo- sefs-Kai“ fürAusschreitungenverantwortlichmachte. 175 DieNeueWelt (23. 12. 1927) 10. 176WienerMorgenzeitung (31. 5. 1925) 13. 177 DieNeueWelt (23. 1. 1934) 8. 178WienerMorgenzeitung (17. 10. 1923) 3. 179WienerMorgenzeitung (25. 3. 1921) 7. 180 FritzBaar, RundumdasgroßeEreignis. In:WienerMorgenzeitung (19. 12. 1919) 5.
zurück zum  Buch Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938"
Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Sportfunktionäre und jüdische Differenz