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222 8 Konflikte
Recht anmaßen, über die Hakoah das Todesurteil zu fällen“. Die „jüdischen
Journalisten‘“ versuchten, „den jüdischnationalen Verein zu diskreditieren.
WährenddiearischenBlätter strengsachlichüberdieKrisederHakoahschrei-
ben, nimmt die sogenannte Judenpresse in der böswilligstenArt Stellung“.175
Der „jüdische“ Sportjournalismus trage entscheidend zur „Verhetzung und
Aufreizung“ bei. DieMorgenzeitung schrieb sogar davon, dass „einemRabbi-
sohn […] in einer schwachen Stunde‘“ ein „Giftgas gegen die jüdischeMann-
schaft“ entfahren sei. Der „blaugelb“ gefärbte Autor (d.h. ein Anhänger der
Vienna)habesichmit seinemBericht „indieersteReiheder jüdischenAntise-
miten“ gestellt und nichts weniger als eine „Pogromankündigung“ in den
Raumgestellt. Daher sei dieGleichsetzung legitim: „AntisemitismusvonAssi-
milanten und Hakenkreuzterror. Das ist die Einheitsfront gegen die Ha-
koah“.176
Konfliktemit derSozialdemokratie und linkenZionisten
Der „allgemeine“ bzw. revisionistische Zionismus distanzierte sich vehement
vonden linkenZionistender Poale Zion, aber ebenso vonder Sozialdemokra-
tie, die nur „Assimilations- undKorruptionskeimeohnegleichen in die Juden-
schaft Oesterreichs hineingetragen“ habe.177 Das Werben der SDAP um „die
Stimmen der Juden“ sei eine „schamlose Zumutung“, ihre Wahlwerbung
„HohnundVerhetzung,wiesieschlimmervonRadauantisemitennichterdacht
werdenkönnen“.Denn„umchristlicheStimmenzufangen“,hättendieSozial-
demokraten auch „an die niedrigsten antisemitischen Instinkte“ appelliert.178
ImSportwurdenzionistischeArbeitersportlerInnenebensoalsFeindbildgese-
henwiederArbeitersportdes„RotenWien“, indemzudemzahlreiche„assimi-
lierte“ Judenund Jüdinnen tätigwaren.Die sozialdemokratischePressewurde
immer wieder wegen antijüdischer Aussagen angeprangert und der „Lüge“
bzw. der „unreifen Ausführungen“ gegenüber der jüdischen Sportbewegung
geziehen.179 Gerade Fritz Baarmokierte sich über den „rote[n] Schmock“ der
Arbeiter-Zeitung,180 als diese den „besseren“ Hakoah-Anhang vom „Franz-Jo-
sefs-Kai“ fürAusschreitungenverantwortlichmachte.
175 DieNeueWelt (23. 12. 1927) 10.
176WienerMorgenzeitung (31. 5. 1925) 13.
177 DieNeueWelt (23. 1. 1934) 8.
178WienerMorgenzeitung (17. 10. 1923) 3.
179WienerMorgenzeitung (25. 3. 1921) 7.
180 FritzBaar, RundumdasgroßeEreignis. In:WienerMorgenzeitung (19. 12. 1919) 5.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Title
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Subtitle
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Authors
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Berlin
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 376
- Categories
- Geschichte Nach 1918