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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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224 8 Konflikte und selbstbewusst verkaufen wollten. Was die Funktion des zionistischen Sports, unddabei nicht zuletzt dieAufgabederHakoah sei,wurde spätestens dann zumStreitthema,wenn es darumging,wie dieAufgabender Erziehung einer starken jüdischen Jugendmitder zionistischenPropagandazuvereinba- ren seien.MitBeginnderÄradesProfifußballswurdedieHakoahzunehmend zwiespältigkommentiert:DieFreudeüberSiegeunddamitverbundeneWerbe- erfolgewurdevonGrundsatzbeiträgenüberdenPrimatkörperlicherwiegeisti- ger Jugendausbildungkontrastiert. AnhandderDiskussionenumdieHakoah-FußballsektionwurdendieKon- fliktlagenmanifest:AbdemSommer 1924standensichzweiPositionengegen- über, oft sogar in einer Person. So erklärte Sektionsleiter Arthur Baar: „Ich weiß, daßdie Theoretiker und Ideologen indenKaffeehäuserndenGedanken eines jüdischen Berufsspielertums als demWesen der jüdischen Körpersport- bewegungfremdbetrachten.Auchichsage,daßdieIdeedesMuskeljudentums dieErscheinungdesProfessionalismus theoretischnichtverträgt.“Doch inder Praxis sei die Teilnahme amProfibetrieb unersetzbar,wenn es gelte, denDa- vidstern„inderganzenWelt“ repräsentierenzukönnen.188AngesichtsderHa- koah-Tourneen indieUSA inden Jahren 1926und 1927 erklärte IgnazKörner: Zwar sei die Hakoah „in die vorderste Reihe desWeltsportes gerückt“189 und betreibenachhaltigeWerbung fürdie zionistische Idee.Dennochseiklar,dass das Ziel des Klubs die Rückkehr zum Amateurismus im Sinne der „jüdisch- nationalenWiedergeburt“ seinmüsse.190 Die großeKrise derHakoah-Fußballer nachder zweitenAmerika-Reise im Jahr1927machtedieStandpunktenochdeutlicher: IgnazHermannKörnerver- kündete: „Ich habe gefehlt!“ Denn er habe es verabsäumt, „für daswahre Ju- dentum zu arbeiten“. „‚UmdenHerren Israeliten denNervenkitzel von 2mal 45Minuten zu bieten‘, bekannte Körner weiter, ‚habenwir etwas getan, was derHakoah fremdbleibenmußte,weil der Professionalismus sie ihren Zielen entfremdet hat, jenen der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend und der Hebung ihres nationalen Bewusstseins‘.“191 Körners Nachfolger Löhner- Beda konstatierte eine „Tragödie des Zusammenbruches“, um freilich kurze Zeit später der Gründung einer eigenenFußballsektion zuzustimmen, die den kostspieligen Profibetrieb weiterführte. Zu deren Präsidenten ernannte man reich nach Palästina in der Zwischenkriegszeit, in: Stern, Eichinger (Hg.),Wien und die jüdi- scheErfahrung, 71–98, hier 79. 188WienerMorgenzeitung (10.8.​ 1924) 14. 189WienerMorgenzeitung (11.6.​ 1926) 7. 190WienerMorgenzeitung (1. 7.​ 1926) 8. 191 DieNeueWelt (23.9. 1927) 8.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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