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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Olympia 1936 231 OffensichtlichwurdederAntisemitismus imSportdurchdieGeschehnisse beim Olympischen Fackellauf inWien, bei der Olympiafeier amHeldenplatz selbst, wo nicht der zionistische Sport insgesamt, wohl aber die Hakoah prä- sent war. So verkündete der Sportverein, an den „große[n] Festlichkeiten […] mit einer großenMannschaft“ teilzunehmen.DieHakoahwolle „damit ihrBe- kenntnis zumolympischenGedanken ablegen und gleichzeitig für Österreich demonstrieren. Der Aufmarsch der Hakoah bedeutet aber unter keinen Um- ständen […] eine Zustimmung zurOlympiade inDeutschland. Auf österreichi- schemBodendemonstriert dieHakoahbegeistert fürOlympia.“220 WährenddieoffiziellePressedieVorfällenur andeutungsweisewiedergab und von „gewissenlosen, unverantwortlichen Elementen“ sprach, wurde die NeueWelt trotz der Zensur deutlicher: „‚Hinausmit den Juden!‘ und ‚Oester- reich erwache!‘ – waren noch die harmlosesten Rufe, die auf der von einer sportbegeisterten, spalierbildenden Menge gefüllten Ringstraße gehört wur- den“.221 Der Festzughätte über die olympische Ideehinaus „[a]lle Sportarten, alle Vereine“ zusammenzubringen beabsichtigt. Deshalb hatte sich auch die Hakoahbereiterklärt, in „dreiGruppen,derengrößtederSchwimmklubHako- ah stellte, bei dieser Parade der österreichischen Jugend vertreten“ zu sein. Dochnoch „nie in der Geschichte des österreichischen Sports ist eine sportli- cheVeranstaltungderart zu einer politischenDemonstrationmißbrauchtwor- denwiedieser Festzug“, schriebdieStimme: „VomSchwarzenbergplatzzumBurgtheaterundweiter zumHeldenplatzmarschiertendie Hakoahner durch ein Spalier von Verbalinjurien, von denen dasWort Saujud noch die kleinsteBeschimpfungwar.Wassich insbesonderedie jüdischenMädchen,die indersel- ben eisernenDisziplin über den Ring gingenwie ihremännlichen Kameraden, anhören mußten, ist zuniederträchtigundgemein, alsdaßesgedrucktwerdenkönnte. Insbeson- dere taten sich einige Weiber hervor, die vor dem Burgtheater Aufstellung genommen hattenund sich soweit vergaßen, auf die vorbeiziehendenHakoahner zu spucken.“222 So sei der „schöne Gedanke, das olympische Feuer durch junge Menschen über Berge, Täler und Grenzen tragen zu lassen als Symbol der Zusammengehörigkeit allerMenschen […] von denWiener Nationalsozialisten zu einer häßlichen Kundgebung gegen Österreich miß- braucht worden. Sie haben zu erkennen gegeben, wie sie das Juli-Abkommen zwischen Deutschland und Österreich verstehen […] Von ‚Juda verrecke!‘ bis zu eingeschlagenen Fensterscheiben und frechen Beleidigungen der im Festzug marschierenden jüdischen Sportlerinnenwar alles geboten,was so zurnationalsozialistischenTaktik gehört.“ 220 DieStimme (21. 7.​ 1936) 1. 221 DieNeueWelt (31. 7.​ 1936) 1. 222 DieStimme (31. 7.​ 1936) 1.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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