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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Netzwerke aus dem Ersten Weltkrieg 239 denKriegweit überdauerten,29 zweitenswurdedieEntwicklungdesSports all- gemeinwesentlichbefördert, lerntendochvieleMännerseineQualitäten, insbe- sondere jenedes Fußballs, erst in diesemKontext kennenund schätzen,woll- ten sie dann aber auch in Friedenszeiten nichtmehrmissen.30 Drittenswaren es die durch denWeltkrieg ausgelösten politischen und sozialen Veränderun- gen, die sportlicheMassenkulturenüberhaupt erst ermöglichtenundbeförder- ten. ImSeptember 1918schriebArthurBaar,derLeiterderHakoah-Fußballsek- tion, in derHoffnung anHugoMeisl, er könne ihmhelfen,weiterhin inWien als Journalist undnicht ander Front eingesetzt zuwerden: „Sehr geehrterHerrHauptmann!Vor allemersuche ichmirwegenderBehelligungnicht bösezusein,wenn ich IhnenneuerlichdieBittevorbringe, fürmich imPressequartier zu intervenieren.HerrOberleutnantReichhatmirversprochen imFrmdbltt [sic]dienotwen- digen Schritte zuübernehmen, dochkann er diese nur imEinvernehmenmit Ihnen vor- nehmen. IchbraucheIhnenwohlnichtzuversichern,dasses fürmichdirektkatastrophal wäre, vonWienwegzumüssen,dau.a.meinemühsamaufgebauteExistenz inTrümmern gehen würde. Daher klammere ich mich an das von Ihnen gegebene Versprechen und bitte SienochmalswegendiesermeinerBehelligungnicht ungehalten zu sein.“31 HugoMeisl schienBaarwohlwegendergemeinsamenfußballerischenInteres- sen – vermutlich hatte Baar als Aktiver des Akademischen Sportklubs auch gegen den Cricketer Meisl gespielt – der richtige Ansprechpartner für seine Bitte. ZwischenBaarundMeisl entwickelte sicheineengeBeziehung:Gemein- sam gaben sie bereits ab 1. Jänner 1919 dasNeueWiener Sportblatt heraus.32 ImMai 1921 zogsichMeisl zurück,Ende 1921 stelltedieZeitung ihrErscheinen ein. GemeinsammitMeisl und einemweiterenKompagnonnamens Sigmund Wertheimer33 betrieb Baar auch das Sporthaus Stadion. „Verbindungen zu Kriegskameraden,abgesehenvondembereitsgenanntenArthurBaar“,scheint HugoMeisl laut seinenBiografenaber „nicht sonderlichgepflegt zuhaben“.34 Möglicherweise, weil die anderen Kriegskameraden nichts mit Sport zu tun hatten. 29 JürgenReulecke,Lebensentwürfe: IrritationundFormierung, In:NielsWerber,StefanKauf- mann, LarsKoch (Hg.), ErsterWeltkrieg. KulturwissenschaftlichesHandbuch (Stuttgart 2014) 85–96. 30 MatthiasMarschik, Massen Mentalitäten Männlichkeit. Fußballkulturen in Wien (Weitra 2005) 57. 31WStLA, Bestand 3.5.113 – Nachlass Meisl | 1858–1939, Brief Arthur Baar an Hugo Meisl, Wien 26. September 1918. 32 Hafer,Hafer,Meisl, 74. 33 Hafer,Hafer,Meisl, 82. 34 Hafer,Hafer,Meisl, 75.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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