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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Jüdische Netzwerke? 247 krepanzwarMeisl mit Hakoahnern eng verbunden, etwamit dembereits er- wähntenArthurBaar.UmgekehrtwarauchdiezionistischePresseMeislgegen- über freundlich eingestellt, obwohl sie sonst an „Assimilanten“, „Israeliten“ und speziell an „Konvertiten“keingutesHaar ließ.56 AlsVerbandssekretärvermittelteMeisl zumJahreswechsel 1932/33dieWie- nerVereineAustria,AdmiraundHakoah für einGastspiel inFrankreich. Zwar spieltedieHakoah-Fußballsektion1930imWienerSportkeinebedeutendeRol- le mehr, die Marke als jüdischer Verein war aber immer noch stark.57 Ignaz Körner beschreibtMeisl als einen aufrechten und guten Juden, demder jüdi- scheSport undbesondersdieHakoahviel zuverdankenhätten: „Immer setzte er sich für die Hakoah und die kleineren jüdischen Vereine ein, brachte zuMeetings der Hakoah-Schwimmer, Ringer und Leichtathleten internationale Grössen, verschaffte sehr vielenHakoahnernTrainer Posten, gabüber denKlub aufAnfragenaus demAuslandedieallerbestenAuskünfteundspartenichtmit LobundAnerkennung.Bei keiner größeren Veranstaltung des jüdischen Klubs fehlte er und freute sich, wenn er dazu Ehrenpreise verschaffen konnte. Als er inmitten seiner Tätigkeit jähe einemHerz- schlage erlag, ehrte ihndieWiener Kultusgemeindeüber seines jahrzehntelangen guten Freundes, KultusvorsteherDr. I. Körner (s.d.) Antragmit derBeisetzung in einemEhren- grabebeim IV. Tor.“58 Spezifische jüdischeNetzwerkeentstandenandenUniversitäten,gekennzeich- net vor allemdurchdendortherrschendenmassivenAntisemitismus.DieStu- dentenverbindungenberuhten auf einer besonders strikten Trennung entlang der („völkisch“ zu verstehenden) Grenze jüdisch versus nichtjüdisch. Im aka- demischen Umfeld entstanden auch eigene jüdische Sportvereine. Schon die Hakoahwar ja eineGründung jüdischer Studenten gewesenund führte lange Zeit eine durchaus erfolgreiche Fechtsektion. Jüdische Studenten und Aka- demiker erreichten auch bei österreichischen Meisterschaften einige Staats- meistertitel.59ZionistischeBurschenschaftenversuchtensichnichtohneErfolg gegendiedeutschnationalenantisemitischenOrganisationen zurWehr zu set- zenund„derWelt zubeweisen,dassdie Juden imSaufen,SingenundBramar- 56WienerMorgenzeitung (31. 5.​ 1925) 13. 57 DievonMeislveranschlagtenAntrittskostenderHakoahfürdasGastspielwarenamhöchs- ten, obwohl Admira regierenderMeisterwar und–wie die Austria – prominente Spieler des „Wunderteams“ in ihrenReihenhatte, auf die imAngebot auch verwiesenwurde. Vgl.Hafer, Hafer,Meisl, 129. 58 Pierre GildesgameMaccabiMuseum,Maccabi Austria Files, 4-01-50, IgnazHermannKör- ner,Manuskript für einLexikon jüdischer Sportler, undatiert, 63. 59 Michael John, Ein kultureller Code? Antisemitismus im österreichischen Sport der Ersten Republik. In:Brenner,Reuveni (Hg.), Emanzipation, 121–142, 127.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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