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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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248 9 (Sport-)Netzwerke basieren nicht weniger ihren Mann zu stellen verstanden als jeder andere auch“.60 PolitischeNetzwerke Nachbürgerlicher Sportauffassung, die sich zumindest impopulären Fußball spätestens 1924 durchgesetzt hatte und für die Hugo Meisl ein paradigmati- scher Exponent war, hätten explizit politische Netzwerke im Sport gar nicht existierendürfen.Gleichzeitigdarfnichtvergessenwerden,dassauchderÖFB bis 1926 ein sozialdemokratischdominierterVerbandwar. PolitischeNetzwerkehatten sich auchdort gebildet,wo sich legale –und später illegale –Nationalsozialisten entweder demSport widmeten oder aber Turn- und Sportvereine als Tarnorganisationen nutzten. Nicht zufällig nahm der Juliputsch 1934 inWien von einemVereinslokal deutscher Turner seinen Ausgang,61undauch imMärz1938sammeltensichvieleWienerNationalsozia- listen in den Buden und Trainingshallen der Turnbewegung. Neben Alpinis- mus und Skisport erwies sich z.B. auch der Flugsport, was den Motor- wie den Segelflug betraf, als stark nationalsozialistisch geprägt.62 Die Etablierung parteipolitischer kommunistischer Netzwerke im Sport63 kam hingegen nicht über vereinzelte Vereinsgründungenund oppositionelle Aktivitäten innerhalb desArbeiterInnensports hinaus.64 Je mehr sich der sozialdemokratische Sport Strukturen abseits des soge- nannten„unpolitischen“Sportgeschehensschuf,destomehrbildetederArbei- terInnensport eigenständige Netzwerke aus. Sie spielten schon vor der Tren- nung der Verbände im Fußball eine große Rolle und wurden danach zunehmendvonder Parteizugehörigkeit definiert. EinBeispiel dafür ist Julius 60 Arthur Koestler, Pfeil ins Blaue. Bericht eines Lebens 1905–1931 (Wien/München/Basel 1953) 100f. 61 MatthiasMarschik, Sport imAustrofaschismus. In:EmmerichTálos,WolfgangNeugebauer (Hg.),Austrofaschismus.Politik–Ökonomie–Kultur 1933–1938 (Münster/London/Wien2005) 372–389,hier 380f.;KurtBauer,Hitlers zweiterPutsch.Dollfuß,dieNazisundder25. Juli 1934 (St. Pölten/Salzburg/Wien 2014) 46–52. 62 MatthiasMarschik,Heldenbilder. Kulturgeschichte der österreichischen Aviatik (Münster 2002) 258f. 63 AndreGounot, Die Rote Sportinternationale 1921–1937. KommunistischeMassenpolitik im europäischenArbeitersport (Münster 2002). 64 ManfredMugrauer,DieSportpolitikderKPÖ. In:mitbestimmung.Zeitschrift fürDemokrati- sierung der Arbeitswelt 40, H. 1 (2011) 7–12; MatthiasMarschik, Politische Olympioniken. In: ballesterer 90 (2014) 74f.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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