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basieren nicht weniger ihren Mann zu stellen verstanden als jeder andere
auch“.60
PolitischeNetzwerke
Nachbürgerlicher Sportauffassung, die sich zumindest impopulären Fußball
spätestens 1924 durchgesetzt hatte und für die Hugo Meisl ein paradigmati-
scher Exponent war, hätten explizit politische Netzwerke im Sport gar nicht
existierendürfen.Gleichzeitigdarfnichtvergessenwerden,dassauchderÖFB
bis 1926 ein sozialdemokratischdominierterVerbandwar.
PolitischeNetzwerkehatten sich auchdort gebildet,wo sich legale –und
später illegale –Nationalsozialisten entweder demSport widmeten oder aber
Turn- und Sportvereine als Tarnorganisationen nutzten. Nicht zufällig nahm
der Juliputsch 1934 inWien von einemVereinslokal deutscher Turner seinen
Ausgang,61undauch imMärz1938sammeltensichvieleWienerNationalsozia-
listen in den Buden und Trainingshallen der Turnbewegung. Neben Alpinis-
mus und Skisport erwies sich z.B. auch der Flugsport, was den Motor- wie
den Segelflug betraf, als stark nationalsozialistisch geprägt.62 Die Etablierung
parteipolitischer kommunistischer Netzwerke im Sport63 kam hingegen nicht
über vereinzelte Vereinsgründungenund oppositionelle Aktivitäten innerhalb
desArbeiterInnensports hinaus.64
Je mehr sich der sozialdemokratische Sport Strukturen abseits des soge-
nannten„unpolitischen“Sportgeschehensschuf,destomehrbildetederArbei-
terInnensport eigenständige Netzwerke aus. Sie spielten schon vor der Tren-
nung der Verbände im Fußball eine große Rolle und wurden danach
zunehmendvonder Parteizugehörigkeit definiert. EinBeispiel dafür ist Julius
60 Arthur Koestler, Pfeil ins Blaue. Bericht eines Lebens 1905–1931 (Wien/München/Basel
1953) 100f.
61 MatthiasMarschik, Sport imAustrofaschismus. In:EmmerichTálos,WolfgangNeugebauer
(Hg.),Austrofaschismus.Politik–Ökonomie–Kultur 1933–1938 (Münster/London/Wien2005)
372–389,hier 380f.;KurtBauer,Hitlers zweiterPutsch.Dollfuß,dieNazisundder25. Juli 1934
(St. Pölten/Salzburg/Wien 2014) 46–52.
62 MatthiasMarschik,Heldenbilder. Kulturgeschichte der österreichischen Aviatik (Münster
2002) 258f.
63 AndreGounot, Die Rote Sportinternationale 1921–1937. KommunistischeMassenpolitik im
europäischenArbeitersport (Münster 2002).
64 ManfredMugrauer,DieSportpolitikderKPÖ. In:mitbestimmung.Zeitschrift fürDemokrati-
sierung der Arbeitswelt 40, H. 1 (2011) 7–12; MatthiasMarschik, Politische Olympioniken. In:
ballesterer 90 (2014) 74f.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Title
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Subtitle
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Authors
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Berlin
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 376
- Categories
- Geschichte Nach 1918