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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Nach 1938: Netzwerke der Flucht 261 Beitrag in der Jubiläumsbroschüre zumzwanzigjährigen Jubiläumundwurde 1929 sogar zumEhrenmitglied ernannt.106 In der NS-Zeit brachte es Howorka zumVerlagsleiter desKleinenVolksblattes. AusgerechnetmitdemhochrangigenJuristenundNS-ParteigängerRichard Eberstaller107 verband Meisl wohl eine besonders enge persönliche Freund- schaft.HugoMeislsNetzwerkewirktenüberseinenTodhinaus,seine internati- onalenKontakte sogarüberdasEndeÖsterreichs.AlsnachMeislsTodÜberle- gungen über dessen Nachfolge angestellt werden, schien demMorgen eine Funktionsteilung sinnvoll: Gerö und Eberstaller sollten die internationalen Agendenübernehmen,derSekretärdesVerbands JosefLiegl stärkereingebun- denwerden, für den Posten des Generalsekretärs warenWilly Meisl und der Vorsitzende des Klassenausschusses Leo Schidrowitz im Gespräch. Die Nen- nungWilly Meisls ist insofern interessant, weil dieser schon seit 1923 nicht mehr inWien lebte.Ab1924publizierteer inDeutschland(vorallemimKicker, in der BZ amMittag und in der Vossischen Zeitung). Dabei gelang ihm am 16. April 1933 ein bemerkenswerter Coup: „Vielleicht ist die Sportgeschichte der Juden gerade heute von Interesse für weitere Sportkreise. [...] Besondere Begabungscheinendie Juden fürdasFußballspiel zuhaben“,108 schriebWilly Meisl in der Vossischen Zeitung, in einem etwa halbseitigen Artikel mit dem Titel „Von ‚Danny‘ Mendoza bis Carr“, der die Sportgeschichte der Juden zu- sammenfasst. Sätzewie „InderdeutschenTurnbewegung tatendie Judenvon Anfang an in großer Zahl mit“, erscheinen für die Entstehungszeit geradezu unglaublich. 1934 emigrierteMeisl nachEngland.109 Nach 1938:Netzwerkeder Flucht MagdasKaffeehaus,besonders jenes inder„City“, jüdischkonnotiertgewesen sein,wardiese jüdischeKodierung jedoch fürdieAusbildungvonNetzwerken im Sportkontext nicht entscheidend. Diese Netzwerke waren in erster Linie durch ihreMaskulinität und durch einen gewissen sozialen Rang charakteri- siert,derdieTeilhabeaneinersolchenFormvonSoziallebenerlaubteundsich durchBegrifflichkeitenwieModerne, DemokratisierungundNeueBürgerlich- keitbeschreiben lässt.DieswarenMerkmale,dieaufdiemeistenSportfunktio- 106 Vgl. http://www.Rapidarchiv.at/chronik/jahreschronik_1929.html. 107 GerhardEberstaller,Nochgutdavongekommen.Kriegs-undNachkriegsjahre (Wien2016). 108WillyMeisl, Von„Danny“Mendozabis Carr. In:VossischeZeitung (18.4.​ 1933) 14. 109 Zu seiner Biografie vgl. ErikEggers,WillyMeisl – der „König der Sportjournalisten“. In: Schulze-Marmeling (Hg.),Davidstern, 288–299.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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