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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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264 9 (Sport-)Netzwerke ermüdlichanderRettungzahlreicherSportkameraden“gearbeitethabe.118Der geflüchtete Schwimmfunktionär Valentin Rosenfeld konnte in London „hun- dertenHakoahnernPermitsnachEnglandunddieDominiums“verschaffen.119 Ausgewanderte Funktionäre beschafften „Anforderungen“ für Argentinien, Brasilien,UruguayundParaguay.Hockey-FunktionärHugoNeumannbesorgte Einreisepapiere für die Niederlande und Belgien und Jacques Lampel, der GründerdesHakoah-Orchesters, half bei der Fluchtnach Jugoslawien.120 AberauchpolitischeNetzwerke spielteneinewichtigeRollebeiderFlucht ausÖsterreichunddemLebenimExil,wiedasBeispielMaximilianReichzeigt: Der Journalist hatte bis zum Februar 1934 vor allem für sozialdemokratische Mediengearbeitet, so etwabei dem imVorwärts-Verlag erscheinendenKleinen Blatt. ImAustrofaschismus hatte er nach einer kurzenUnterbrechungwieder beimnunmehrgleichgeschaltetenVorwärts-VerlagAnstellunggefunden.121Als Sportjournalistwar er in einemvergleichsweise „ungefährlichen“Ressort und betätigte sich anscheinend nicht politisch.122 Nach dem „Anschluss“ wurde Reich jedochumgehendals JudevomDienstsuspendiert,wie JosefGeröwurde er mit dem „Prominententransport“ nach Dachau deportiert. Diese Vorgänge beschrieb er in einem berührendenManuskript, das er nach der Entlassung ausDachauundBuchenwald 1938/39 im englischen Exil verfasste.123 In Eng- landnahmReich zunächst Kontaktmit seinemFreundund Journalistenkolle- genWillyMeisl auf, der ihmversprach, für seinBuch „einenVerleger in Eng- land oder Amerika [zu] managen“124, und eine englische Übersetzung des 118 Ignaz Hermann Körner, Lexikon jüdischer Sportler inWien. 1900–1938. Hg. u. ed. von MarcusG.Patka imAuftragdes JüdischenMuseumsWien (Wien 2008) 96. 119 PierreGildesgameMaccabiSportsMuseum,MaccabiAustriaFile4-01-050:Sitzungsproto- koll der am 19.9. 1942 anberaumtenZusammenkunft der in Tel-Aviv undnächsterUmgebung lebendenHakoahner, 1. 120 Zit. n.DavidForster, GeorgSpitaler, Die Fußballmeister. LebenswegederHakoah-Spieler der Zwischenkriegszeit. In: Betz, Löscher, Schölnberger (Hg.), „…mehr als ein Sportverein“, 114–130, hier 117f. 121 Maximilian undEmilieReich, Zweier ZeugenMund. VerscholleneManuskripte aus 1938. Wien–Dachau–Buchenwald.Hg. vonHenrietteMandl (Wien 2007) 305. 122 Emilie Reich, Als mein Mann in Dachau war. In: Reich, Zweier ZeugenMund, 257–275, hier 258. 123 Reich, Zweier ZeugenMund. Als Journalistwar Reich in Sportkreisen zweifellos eine be- kannte Person, dennoch ist der Grund seiner Deportierungmit dem „Prominententransport“ nicht restlosgeklärt:Vermutetwirdu.a. einZusammenhangmit seinerBerichterstattungüber die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland. Vgl. Wolfgang Neugebauer, Maximilian Reich undder ersteÖsterreichertransport in dasKZDachau. In:Reich, Zweier ZeugenMund, 13–34, hier 21. 124 VGA,Adler-Archiv, BriefMaxReichanFriedrichAdler 16. 12.​ 1938.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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