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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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284 10 Nach dem „Anschluss“ klotzgasse 21 im 15. Wiener Gemeindebezirk, wo der ebenfalls eingewiesene jüdische TurnvereinMakkabi XV seine Vereinsräumlichkeiten gehabt hatte.95 Den SportlerInnen wurde als Ersatz für die verschiedenen beschlagnahmten KlubräumlichkeitenzudemeinaltesHakoah-Ringerlokal inderPraterstraße48 im2.WienerGemeindebezirk zugewiesen.96Dort fanden Jiu Jitsu, Sportlehrer- kurse, Ringen, StemmenundGymnastik statt.97 Tennis konnte in der Oberen Donaustraße in Wien Leopoldstadt gespielt werden,98 Tischtennis direkt im Vereinsbüro. Spezialsportkurse und Akrobatik wurden schließlich in der Ta- borstraße1angeboten.99ZunächstwaresdemMakkabiWienmöglich,Sprach- undBerufsbildungskursesowieTurnzeitenregelmäßig imNS-gesteuerten Jüdi- schenNachrichtenblatt zuannoncieren.100 ImDeutschlandderZwischenkriegszeitwarendiezweiwichtigstenOrgani- sationen im jüdischenSportderSportbundSchilddesReichsbundes jüdischer FrontsoldatenundderzionistischeMakkabi-Kreisgewesen.101Ab1934bildeten sie sogardie vomReichsausschuss jüdischerSportverbändealsDachorganisa- tionausschließlichanerkannten jüdischenSportorganisationen;alle jüdischen Sportgruppen hatten sich einer von ihnen anzuschließen.102 Ihnen war die Sportausübungzunächstweiterhingestattet.103Nach1933wurdendeutsche jü- dische SportlerInnenundFunktionärewie etwa Schiedsrichter durch die Ein- führungvonArierparagrafensukzessive–nachdenOlympischenSpielen1936 verschärft104 –, aus zahlreichen Sportvereinen ausgeschlossen.105 Im Herbst 95 Rosenkranz,Verfolgung155;Bericht 1933–1936,43;GeorgTraska,Herklotzgasse21–Verei- nealsVermittler lokalerundüberregionalerGemeindebildung. In:Adunka,Lamprecht,Traska (Hg.), JüdischesVereinswesen, 109–134, hier 117ff. 96 Torczyner,Tätigkeit, 132.Das JugendlokaldesMakkabiWien inderOberenDonaustraße43 musste 1939derHitlerjugendübergebenwerden.Duizend-Jensen, Gemeinden, 60. 97 Rosenkranz, Verfolgung 155;Duizend-Jensen, Gemeinden, 88f. 98 Torczyner, Tätigkeit, 129. 99 Exemplarisch: JüdischesNachrichtenblatt (AusgabeWien) (3.3.​ 1939) 8, (27.6.​ 1939) 8. 100 Vgl. exemplarisch: Jüdisches Nachrichtenblatt (AusgabeWien) (7. 2.​ 1939) 8. Zu diesem Medium vgl. ReinerBurger, Von Goebbels Gnaden. „Jüdisches Nachrichtenblatt“ (1938–1943) (Münster/Hamburg/London2001). 101 Vgl.ÖStA,AdR,ZNsZ,StikoWien,Karton568,31-N2,BestimmungendesReichsausschus- ses jüdischer Sportverbände nach dem Stand vom 1.8.​ 1937, Berlin; HenryWahlig, Sport im Abseits. DieGeschichte der jüdischenSportbewegung imnationalsozialistischenDeutschland (Göttingen 2015) 144ff. 102Walk, Sonderrecht, IRz419,451; vgl.dieBestimmungendesReichsausschusses jüdischer Sportverbände. 103 Vgl. exemplarischWalk, Sonderrecht, II Rz436. 104 Vgl. zudenSchiedsrichternetwaWalk, Sonderrecht, I Rz87oder IRz142, zurOlympiade IRz581, 626, II Rz63, 176 sowieWahlig, Abseits, 163ff. 105 Hochsteger, Studie, 23ff.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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