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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: „Der Jude soll zahlen.“ 307 „Am 15. oder 16.3. ließ der inzwischen eingesetzte komm. Verwalter Haldenwang, den ManagerdesVereinsLangverhaften. IndiesemZeitpunkthatteHaldenwangeineKontrol- le der Vereinsgebarung nicht vorgenommen, er hatte entweder gar keinen Grund hiezu, odervermuteteoderzugetragenerhalten,dassetwasgestohlenwurdeoderangenommen, weil bei uns Judenwaren, dass etwasgestohlen seinmüsse.“204 Haldenwang rechtfertigte sich in der Untersuchung, er habe im Interesse der Spieler gehandelt, und gab die „Meinung in Fussballerkreisen“ wieder, wo- nachmanbei den jüdischenAustria-Funktionären „grosseMittel“ vermutete: „In denUmbruchstagen sagtemir der Fussballer Sesta, oder eswurdemir von anderen Leuten bei der Austria erzählt, dass Sesta ca. 1 Jahr vorher über Forderung vor einem Mitropacup Spiel gegen Uypest S. 5000,–, die er bar verlangt hatte, ansonsten er nicht antrete, in der Form zugesichert erhielt, dassman ihmdenBetrag auf sein Einlagebuch erlegenwerde. Sesta verdächtigte nunLang, dass der Betrag [...] jetzt fehle u. Lang sein Buch in Verwahrung gehabt habe. Ich hatte die Besorgnis, dass vielleicht noch andere Unregelmäßigkeitenvorgekommenseien, u. infolgedesWirbelsGeld verschwindenkön- ne u. glaubte, dass grosseMittel vorhanden seien, was damals die allgemeineMeinung in Fussballerkreisen imHinblick auf die jahrelange Betätigung imMitropacupwar. Ich liessdaherdurchdasPolKoat I.Lang inSchutzhaftnehmenu.nach4–5Tagenvorführen alszwecksBuchüberprüfungderseitherverstorbeneJohannPichler,KassierdesWAF,der sachkundig in Steuersachenwar u. der Bruder des jetzigen Verbandskapitän Edi Bauer anwesendwaren.“205 DerFußballerKarlSestawiesalsZeuge jedeVerantwortung fürdieVerhaftung Langs von sich: „NachdemUmbruchundnachdemWiederaufsperrendesVereinslokalserfuhr ich,durch Einsicht inmeinBuch,dassdie 5000Swiederherausgenommenwurden.Es istmöglich, dass ichbeieinerSpielerversammlungdaserzählthabeundderHaldenwangesaufdiese Weise erfuhr, doch hatte ich keine Befürchtung, dass mir etwas veruntreut werde. […] Dass er [Lang] damals aufVeranlassungdesHaldenwangverhaftetwurdeund fünf Tage inHaftwar erfahre ichheute zumerstenMal.“206 LigasekretärRichardZiegler,dernachderAbsetzungHaldenwangs imSommer 1938 die Austria-Geschäftsführung übernehmen sollte, lieferte als Zeuge des Volksgerichts eine andereVersion: „IchwarzurZeitdesUmbruchs imFussballverband[…]Sekretär fürdieVereinederersten Liga.Mir ist bekannt, dass vor derVerhaftungLangs, die schätzungsweise 10 Tagenach 204 ZeugenvernehmungUlbrich 1.7. 1946. 205 Vernehmung22.5. 1946. 206WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg 11/55,VerfahrenVG1gVr 2613/46, Zeugen- vernehmung9.7. 1946.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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