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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 308 -
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308 10 Nach dem „Anschluss“ demEinmarschHitlers gewesen sein dürfte, der Fussballer Karl Sesta auch imVerband Wirbel gemachthattebzw. vorgebrachthat, dass ihmeinBetragvon2.500S,dener vom Verein auf seinEinlagebuchversprochenerhaltenhatte, fehle […]. AuchHaldenwanger- zähltemir,das[s] SestaLangwegendesFehlensder 2.500S imEinlagebuchbeschuldige, da dieser das Einlagebuch inVerwahrunghatte. In diesemSinndürfte alsoHaldenwang zur Verhaftung Langs durch die Beschuldigung oder Irreführung Sestas mitveranlasst worden sein, und da er ein grosser Judenfresser war, die Verhaftung Langs daraufhin ohneweitere Untersuchung veranlasst hat. Einige Tage darauf stellte sich dann heraus, dass Lang unschuldig sei, worauf er enthaftet wurde, offenbar war der Betrag auf das Buchnicht erlegtworden.“207 AlsEntlastungszeuge fürHaldenwangtrat imzweitenVerfahrenGustavBauer, der ehemaligeRechnungsprüfer desÖFBauf, der lakonischdie beklemmende „Vorführung“Langsbei derBuchprüfung schilderte: „ZurÜberprüfungwurdemireinFunktionärder ‚Austria‘, glaublichderehemaligeSekre- tärundsoweit ichmicherinnernglaube, namensLang, ausderHaft vorgeführt.Wiedas zustande kamweiss ich nicht, das war bereits veranlasst worden. Ich fragte Lang über verschiedeneUnklarheiten inderKassagebarungundmachte ihndaraufaufmerksamdie Wahrheit zu sagen,da ichvomVerbandmitderÜberprüfungderKassengebarungbeauf- tragt sei. Dieser Lang erklärte mir, er selbst habe keine Ursache Unregelmässigkeiten (oder Schweinereien, sagte er) zu decken, da er selbst sich gegen keine Vereinsbestim- mungenodergesetzlicheVorschriftenbei seinerTätigkeit vergangenhabe.Ermachteauf micheinengutenEindruck.“208 LangsSchwagerUlbrich erklärte: „Lang hatte Sparkassebücher von dem [sic] Fussballer Sesta, Jerusalemund Zöhrer wie ich glaube in Verwahrung und hatte infolge seiner schnellen Verhaftung dieselben gar- nichtherausgebenkönnen,waser jetztnachholte.Dasich inderUntersuchungnichtdas Geringste gegen Lang ergab, wurde er von den Kriminalbeamten an Ort und Stelle auf freienFuss gesetzt,womit auchHaldenwangeinverstandenwar.“209 DerGoldpokal Nach demManager Lang geriet nun Vereinspräsident Emanuel Schwarz ins Visier derneuenVereinsführung.DazuHaldenwang: 207WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg 11/55,VerfahrenVG1gVr 2613/46, Zeugen- vernehmungZiegler 1.7. 1946. 208WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg11/55,VerfahrenVG8eVr11/55,Zeugenver- nehmung2.9. 1954. 209 ZeugenvernehmungUlbrich 1.7. 1946.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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