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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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312 10 Nach dem „Anschluss“ schaffungstour fürdenVerein,beiderden jüdischenFunktionärenangebliche Außenständeabgepresstwurden: „Haldenwanghat in der Zeit seiner komiss. Verwaltung in den erstenWochen allein für dieAustria schätzungsweise 8000Seingetrieben. Er benützte jedenfalls die Zeittage, um alle gegendie Juden indenBüchern eingetragenenForderungen, ob sie nun zurecht be- standen oder nicht unter Drohungen einzutreiben und erzählte selbst imVerband, dass erbinnenkurzerZeitdenPokalundauchandereBeträge fürSpesenetc. vonDr.Schwarz hereingebracht habe. […] Ich erinneremichweiters nochgut an einePost von 1000S im Zusammenhangmit der Hakoah. Die Austria hatte wegen einesMitropa Cupspielesmit derSpartaeinMeisterschaftsspielmitderHakoahaufeinenWochentagverlegenmüssen, wodurch letztere einenVerdienstentganghatte. DieAustria vergütete hierfür 1000S, die für den Verein Hakoah eingetragen waren. Haldenwang verlange nunmit Unrecht von demObmannder aufgelöstenHakoah, demTapezierer Schwarz, […] der für dieVereins- schulden haftete und Jude war, den Betrag zurück. Vielleicht war Haldenwang zuerst unrichtig informiert, ich erklärte ihmdann die Sache auf, doch behielt er das Geld und bemerktedann, der Jude soll zahlen.“223 In demVerfahren kamen noch andere Ereignisse zur Sprache, in denenHal- denwangindenJahrenderNS-Herrschaft imWienerSportdurchseinenJuden- hass auffiel. Die lokale NS-Sportführung entschied sich dennoch dafür, ihn nach der Phase der kommissarischenVerwaltung nichtweitermit einemVor- standsamtbei derAustria zubetrauen.Dazu seinNachfolger Ziegler: „Haldenwangwurdewegen seinerwirtschaftlichenUnfähigkeit nach ca. 3Monaten von derSportführungHauptmannJanisch–Dr.Rainerenthoben.Gestohlenundunterschlagen hat er nichts, doch ca. eine Summe von RM 60.000 während seiner Amtsführung aus Unfähigkeit verwirtschaftet und überdies seine Reisen ins Altreich für ReklameundAb- satz in seinemSportwarengeschäft benützt.“224 Haldenwang selbst stellte dies sodar: „Glaublich im Juni wurde ich vom Sportbeauftragten, nachmaligen Gauleiter, Rainer, über den Fachwart Hptm. Janisch enthoben, damanmir zu hoheAuszahlungen an die Spieler (Siegesprämien S 50.-) usw. vorwarf u. Sestamich beschuldigte, wie ich glaube, dass ich in Frankfurt a.M. durchmeinVerschuldendurch einen Streitmit demManager des dortigen Vereins von einer SA-Patrouille abgeführt wurde und ich Sportartikel im Reichverkauft habe.“225 In derWiener Fußballszene einigteman sich nach 1945 darauf, Haldenwang als „gefährlichen Narren“ zu beschreiben. So hieß es etwa in einer Aussage 223 ZeugenvernehmungZiegler 1.7. 1946. 224 ZeugenvernehmungZiegler 1.7. 1946. 225 Vernehmung22.5. 1946.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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