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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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322 11 Resümee Winterspielen 1936 inBanskáBystrica,wodas österreichische Teamaus Spie- lern von Altmann und des WAC gebildet wurde.14 Bernhard Altmann kehrte nach der Annexion Österreichs von einer Geschäftsreise aus Paris nichtmehr nach Wien zurück. Seine Firma wurde „arisiert“, das Vermögen auf 600.000Reichsmarkgeschätzt.15Als er versuchte,Geldvon seinenLieferanten nachParis überweisen zu lassen,wurde seinBruder Fritz verhaftet und indas KZ Dachau gebracht. „Die Nazis sind dann zu meinem Schwager: Wenn Sie Ihren Bruder wiedersehenwollen, unterschreiben Sie, dass die Schecks nach Wien gehen“, erzählte Fritz Altmanns Ehefrau Maria.16 Er wurde tatsächlich freigelassen und das Ehepaar konnte fliehen. Bernhard Altmann emigrierte nachGroßbritannienundspäter indieUSA,woerabermalseinehöchst erfolg- reicheFirmaaufbaute.ErwurdeamerikanischerStaatsbürger,kehrteaberhäu- fignachÖsterreich zurückundbautedieProduktion inWienwieder auf.17 (3)SportkonnteaberauchdenzentralenLebensinhaltbilden,wiedieBio- grafie des Hakoah-Präsidenten Ignaz Hermann Körner zeigt. Bei ihm kommt allerdings eine spezifischeAufladung hinzu, Sportwar Teil einer politischen, konkret zionistischen, Agenda. Körner widmete, darin sind sich zeitgenössi- scheundretrospektiveQuellenweitgehendeinig, seinersport(-politischen)Ar- beit einen großenTeil seines Lebens. Eine genauere Betrachtung vonKörners Biografie und seiner Interaktion innerhalb desVereinswie in derVerbandsar- beit zeigt, dassdabei zahlreicheBrücheundKonfliktehervortraten.Sowiedie Hakoah selbstwar auchKörnersKonzeption eines zionistischenSporttreibens zerrissen zwischen den Idealen einer körperlichen Ausbildung junger Juden undderWerbung fürdenZionismus, also zwischenBreiten-undSpitzensport, zwischen eigenen Anliegen und Öffentlichkeitswirkung. Zugespitzt zeigt das einBeitrag inder zionistischenZeitungDieNeueWelt im Jahr 1927: „‚Ich habe aufgehört, für das wahre Judentum zu arbeiten‘, sagte Dr. Körner, ‚als ich die Präsidentenstelle bei derHakoahübernommenhabe.‘ ‚UmdenHerren Israelitenden Nervenkitzelvon2mal45Minutenzubieten‘ [...] habenwiretwasgetan,wasderHakoah fremd bleibenmußte, weil der Professionalismus sie ihren Zielen entfremdet hat, jenen der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend und der Hebung ihres nationalen Be- wußtseins.“18 14 SieheauchKapitel 4. 15 ÖStA/AdR E-uReang VVSt VA-Akt, 63.749, Bernhard Altmann, Brief Finanzamt Innere Stadt-Ost, Reichsfluchtstelle, Aktenzeichen Altmann, Bernhard u. Nelle Kontonummer 3293. AndieVermögensverkehrsstelle (10. 10.​ 1939). 16 Der Standard (31.3.​ 2008), online unter http://derstandard.at/2347659/Altmann-Nie- kommen-die-Nazis-So-verblendet-war-man (5.Dezember 2017). 17 Priller, Arisierungen, 84. 18 DieNeueWelt (23.9.​ 1927) 8.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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