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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Resümee 329 Imbürgerlichen Sportbetrieb lässt sich in den ersten Jahren der Republik verstärkteinoffenerAntisemitismuskonstatieren,alsBaustein ineinemgesell- schaftlichenKlimaderAusgrenzung,dievordergründigaufdie„Ostjuden“ab- zielte, tatsächlichaber–mitgewissenAbstufungen–alle JüdinnenundJuden betraf. Hier verliefen die Konfliktlinien bisweilen zwischen Sportarten oder zwischenWien und der „Provinz“, vor allem der Steiermark. Die Einführung desArierparagrafen imÖsterreichischenSkiverband imJahr 1923bildeteeinen Höhepunkt dieser Entwicklung, stand zeitlich aber bereits am Ende der be- sonders aufgeheizten Phase. Zu Ende waren antisemitische Auseinanderset- zungen (oder als solche interpretierte) allerdings nicht: In manchen Fällen warenWechselwirkungenmit besonders harten politischenWahlkämpfen zu beobachten, etwa im Jahr 1927. So lässt sichresümieren,dassauchimBereichdespopulärenSportgesche- hens imWiender Zwischenkriegszeit jüdischeDifferenznicht zumVerschwin- dengebrachtwurde, jedoch in ein sehr spezifischesGefüge eingebundenwar: Jüdische Differenz war eng verbundenmit anderen Kriterien der Selbst- und Fremdzuschreibung –wie Raum, Geschlecht oder Klasse bzw. der Zugehörig- keit zueinembestimmtenVereinunddessenDe-bzw.Konnotationals jüdisch bzw.nichtjüdisch. Sportvereine wurden in der Zwischenkriegszeit wie erwähnt weit stärker nach ihrer räumlichen Zugehörigkeit und Zuschreibung an bestimmteOrte in Wien35 beurteilt als nachdem„Jüdischsein“ ihrer leitendenFunktionärInnen. Dieses Kriterium trat gegenüber lokalen Zuschreibungen oft in den Hinter- grund.Wenn etwa der Floridsdorfer AC trotz einer zwanzigjährigen Tradition jüdischer Präsidenten stets als Vorstadtverein, aber nie als „Judenklub“ gese- henwurde,36 bedeutete dies zwar nicht, dass jüdischeDifferenz verschwand, aber es ermöglichte esdenAkteuren, ihreBiografie inhöheremMaßselbst zu gestalten.WennLisaSilvermanschreibt: „[W]hileAustria’s First republicmay have provided a platform for Jews to shapemainstream culture, it had little room for the ‚Jewish‘when it came to formingnewconceptionsof the ‚Austri- an‘“–kanndasfürdenSportvariiertwerden.EinerseitsbotderurbaneWiener Sport für Juden (undmitEinschränkungenauch für Jüdinnen)diesenRaumin großem Ausmaß. Anders als auf anderen Feldern fand zumindest temporär, 35 Lisa Silverman, Leopoldstadt, Judenplatz, and Beyond. In: East Central Europe 42 (2015) 249–267. 36 SemaColpan, MatthiasMarschik, Vorstadt, Sport und jüdische Identitäten. In: Aschkenas 27,H. 1 (2017) 23–38;SemaColpan,BernhardHachleitner,MatthiasMarschik, JewishDifference in theContext of Class, ProfessionandUrbanTopography. Studies of JewishSportOfficials in InterwarVienna. In:AustrianStudies 24 (2016) 140–155.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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