Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Seite - 234 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 234 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse

Bild der Seite - 234 -

Bild der Seite - 234 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse

Text der Seite - 234 -

234 Hemma Mayrhofer rung, Käfig…), aber auch in Bezug auf die beschriebenen Konflikte mit dem Security-Dienst angenommen wurden. Die eigene Verstricktheit in den Kon- flikt machte es den JugendarbeiterInnen aber manchmal schwierig, die wich- tige und notwendige Parteilichkeit für die Jugendlichen im Sinne einer kriti- schen Parteilichkeit zu realisieren. In manchen beobachteten Interaktionen hatte es den Anschein, dass relativ kritiklos Partei für die Jugendlichen ergrif- fen wurde, Letztere wurden dem Beobachter als machtlos und ängstlich ge- genüber der Gemeinde präsentiert (s.o.). Die manchmal wenig distanziert- reflektiert anmutende Identifikation mit der Perspektive der Jugendlichen, die aus der eigenen Konfliktrolle heraus nachvollziehbar ist, stellte eine zusätzli- che Erschwernis dafür dar, eine vermittelnde Rolle einnehmen zu können. Die dezidierte Zurückweisung von Kontroll- und Erziehungsaufgaben gegen- über den Jugendlichen, die von Seiten manch anderer Konfliktparteien an die JugendarbeiterInnen herangetragen worden waren, ließ die ohnehin tendenzi- ell prekäre Akzeptanz des Angebotes mobiler Jugendarbeit im sozialräumli- chen Umfeld weiter erodieren. Die beiden Konfliktdynamiken verschränkten sich somit ineinander und verstärkten sich wechselseitig, sodass kurzzeitig eine Nichtverlängerung des Auftrags drohte. Die Fallstudie lässt erkennen, wie fundamental wichtig eine hinreichende Akzeptanz der Angebote durch die kommunale Ebene allgemein ist, und zwar vor allem, aber nicht nur durch die direkten Fördergeber. Um diese Akzeptanz muss sich die mobile Jugendarbeit selbst auch entsprechend kümmern, ohne dabei die Vertrauensbasis zu den Jugendlichen zu gefährden. Dies erweist sich gerade in komplexen Konfliktkonstellationen mit mehreren Konfliktparteien, die jeweils unterschiedliche Erwartungen und Interessen an die Jugendarbeit herantragen, als sehr herausfordernde Aufgabe. Um gute Voraussetzungen zu haben, diese Aufgabe zu bewältigen, ist nicht nur ausrei- chend diplomatisches Geschick der JugendarbeiterInnen z.B. im Gespräch mit aufgebrachten KirchenbesucherInnen oder auch anderen erwachsenen Stakeholdern im Sozialraum hilfreich, es braucht insbesondere auch auf Ebe- ne der Einrichtungsleitung eine stabile, von wechselseitiger Wertschätzung getragene Gesprächsbasis zu den maßgeblichen GemeindevertreterInnen. Aus den Interviews mit den GemeindevertreterInnen lässt sich erkennen, dass nach der Konflikteskalation im Herbst 2014 solch eine Basis zwischen Ein- richtungsleitung und GemeindevertreterInnen sukzessive wiederhergestellt werden konnte.
zurück zum  Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Titel
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Untertitel
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Autor
Hemma Mayrhofer
Verlag
Verlag Barbara Budrich
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-8474-1130-7
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
378
Schlagwörter
Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
Kategorie
Geisteswissenschaften
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit