Seite - 332 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
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332 Hemma Mayrhofer
wechselseitiger Akzeptanz getragene Beziehung zu den kommunalpoliti-
schen VertreterInnen zu achten.
• Zwischen mobiler Jugendarbeit und Polizei braucht es eine hohe Sensibi-
lität und Akzeptanz für die unterschiedlichen Rollen beider Seiten im
Falle von Berührungspunkten bzw. in den Überschneidungsbereichen ih-
res beruflichen Wirkens. Förderliche Beziehungen zwischen ihnen sind
sowohl durch vertraute Distanz als auch dezente Nähe gekennzeichnet:
Es ist hilfreich, sehr gut zu wissen und zu verstehen, wie die andere Seite
professionell agiert, und sich zugleich darin deutlich voneinander zu un-
terscheiden sowie die Rollendifferenz nach außen gegenüber den Ju-
gendlichen zu vermitteln. Persönliche Kontakte und ein enger Austausch
(bei Einhaltung notwendiger Vertraulichkeit) erleichtern die tägliche Ar-
beit und unterstützen die Schnittstellengestaltung.
Empfehlungen für die Schnittstelle zur sozial- bzw. jugendpolitischen Ebene
(v.a. in Bezug auf Ziel- und Wirkungsnachweis-Vorgaben):
• Die von FördergeberInnen-Seite geforderten Wirkungsnachweise sollten
der Beschaffenheit der Wirkweisen entsprechen – oder diesen zumindest
nicht zuwiderlaufen, da die Art und Weise der Wirkungserfassung auf
die Arbeitsweise und Leistungserbringung rückwirkt und diese verän-
dern kann. Solch ein Wirkungsnachweis zeigt sich insbesondere in Ar-
beitsfeldern mit überkomplexen, weil multikausalen und nichtlinearen
Wirkzusammenhängen als große Herausforderung für beide Seiten. Zu-
nächst wird die Problematik durch eine intakte Vertrauensbasis zwischen
Jugendpolitik (als Fördergeberin) und Jugendarbeit deutlich entschärft.
An solch einer Vertrauensbasis kontinuierlich zu arbeiten, kann Einrich-
tungen mobiler Jugendarbeit und ihren Trägerorganisationen folglich nur
wärmstens empfohlen werden. Da dies allein aber zumeist nicht aus-
reicht und die FördergeberInnen ihrerseits Legitimationserfordernisse
gegenüber Dritten erfüllen müssen, kommt man in der Praxis um be-
stimmte Leistungs- und Wirkungsnachweise in der Regel nicht herum.
Wenn mehr als oberflächliche Leistungsbeschreibung verlangt wird, gilt
es an Nachweisformen zu arbeiten, die die Qualität der erbrachten Leis-
tung ausreichend abzubilden verstehen. Hierfür ist es auch wichtig, dass
die Einrichtungen mobiler Jugendarbeit ihren FördergeberInnen diese
Qualität und ihre Wirkmechanismen nachvollziehbar und anschlussfähig
vermitteln – sich also dort um Verständnis für ihre Arbeit bemühen, um
darauf aufbauend zu adäquaten Instrumenten des Wirkungsnachweises
zu gelangen.
• Gerade in Arbeitskontexten, an die von verschiedenen Seiten differie-
rende und teils widersprüchliche Zielsetzungen herangetragen werden –
und solch ein Arbeitskontext ist mobile Jugendarbeit, sollten bei aller
Transparenzerfordernis gegenüber den FördergeberInnen für die Jugend-
arbeiterInnen genügend flexible Ermessensspielräume bzw. sogenannte
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften