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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Serialisierung | 267 tion der Erwachsenen und jener der Jugendlichen in Osttirol – zumindest in Bezug auf ExpressivitĂ€t und Dynamik der Redegestaltung.329 Es zeigt sich also insgesamt, dass intensivierende Mittel nicht nur im Be- reich der Nominalphrasen, sondern generell in expressiven Sprechhandlungen in Jugendkommuni-kation stark vertreten sind und als Mittel des hyperboli- schen Sprechens fungieren.330 So hĂ€lt etwa auch Androutsopoulos fest, dass „es in der Jugendsprache bei subjektiven MeinungsĂ€ußerungen, Bewertungen oder expressiven Sprechhandlungen ohne Intensi-vierung an pragmatischer Wir- kung“ (Androutsopoulos 1998, 360) mangle. ExpressivitĂ€t kann daher neben den bereits genannten syntaktischen und semantischen Faktoren als wichtiger pragmatischer Einflussfaktor gelten, der die externe Intensivierung der Nomin- alphrase (und andere PhĂ€nomene wie z.B. den expressiven Nachtrag) voran- treibt. 4.3.1.4 Fazit Ausgehend von Forschungsergebnissen aus Deutschland (vgl. v.a. Androutsop- oulos 1998; Gutzmann/Turgay 2012) wurde das Vorkommen und die Frequenz von Äußerungen des Typs X_DET_NP (z.B. [Das ist] absolut der Hammer) in den drei Teilkorpora JD, ED und GF untersucht. Zu den standardsprachlich und generationenĂŒbergreifend gebrĂ€uchlichen Strategien der Intensivierung der Nominalphrase tritt hier eine neue Form der Intensivierung hinzu: Anstelle von einem oder mehreren Adjektiven vorangestellten IntensitĂ€tspartikeln (z.B. Das war ein sehr/ungemein/ausgesprochen schönes Konzert.) kann die Intensivierung einer definiten Nominalphrase phrasenextern realisiert werden (z.B. Das war voll das schöne Konzert). (Vgl. Androutsopoulos 1998: 354355) FĂŒr das Teilkor- pus mit standardnahen GesprĂ€chen der Fernsehkommunikation (Teilkorpus GF) ist festzuhalten, dass hier kaum VariabilitĂ€t in der Intensivierung der Nomin- alphrase gegeben ist, weshalb sich die Analyse auf die beiden Teilkorpora mit Osttiroler Freizeitkommunikation konzentrierte. Hier ĂŒberrascht zunĂ€chst, dass diese Form der phrasenexternen Intensivierung auch in Kombination mit inde- finitem Artikel auftritt (z.B. Das war voll ein schönes Konzert.), und zwar nicht || 329 WeiterfĂŒhrende Analysen zur Verdichtung und Steigerung der Dynamik mittels kompak- ter Strukturen finden sich in Kapitel 4.4.2. und 4.4.3. 330 Übertreibung stellt in Jugendkommunikation dabei weniger die Ausnahme als vielmehr den Regelfall dar (vgl. Androutsopoulos 1998: 361; Deppermann/Schmidt 2001: 37; Neuland 2008: 164), was sich nicht nur in der Herausbildung neuer Intensivierer im Wortschatz, son- dern auch in morphologischen (z.B. verstĂ€rkenden PrĂ€fixen) und wie oben beschrieben in syntaktischen Prozessen zeigt.
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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