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denz zur Parataxe, Ellipsen oder Ausklammerungen abgrenzt. Auf über 70 Sei-
ten setzt sich der Autor mit dem „Klammerschlußfeld“ (kurz „k-Feld“) und sei-
ner Variantengeographie auseinander, wobei er nach folgendem Feldermo-
dell367 vorgeht (vgl. Patocka 1997: 45):
A (= V2-Satz): v368 f m k
Ich habe den Einbrecher beobachtet.
B (= V1-Satz): f m k
Wirst du mich begleiten?
C (= VL-Satz): e (einleitendes Element) m k
…, dass er es mir gibt.369 (Patocka 1997: 45)
Das Abhängigkeitsverhältnis einzelner Verbteile zueinander (Regens-
Dependens-Hierarchie) drückt Patocka mit hochgestellten römischen Ziffern
aus, z.B.:
Du wirst mich singen hören.
→ … INFII - INFI
…, daß er gehen hat wollen.
→ … INFIII - FINI - EINFII370 (Patocka 1997: 45)
was auch für die folgende Beleganalyse der untersuchten Teilkorpora JD, ED
und GF übernommen wird. Insgesamt können die Ausführungen Patockas ‒ v.a.
was die Belege der südbairischen Gewährspersonen angeht ‒ als Vergleichs-
punkt zur hier durchgeführten Analyse dienen, und dies in dreierlei Hinsicht:
Erstens, indem in Bezug auf die Stellungsalternation in den bairischen Dialek-
ten ähnliche Varianten in Teilkorpus JD und ED nachgewiesen werden können.
Zweitens, indem auch eventuelle Unterschiede zwischen Patockas älteren Ton-
bandaufnahmen und den gegenwärtigen aus Teilkorpus JD und ED nachge-
||
367 Dieses Grundschema erweitert Patocka um weitere Felder, um auch Ausklammerungen,
Links- und Rechtsversetzungen und diverse dialektale Spezifika beschreiben zu können. Aus-
führungen dazu und zu Problemen in der Anwendung des Stellungsfeldermodells finden sich
auf den Seiten 4554 seiner Monographie (vgl. Patocka 1997).
368 Die von Patocka verwendeten Abkürzungen bedeuten wie folgt: v=Vorfeld, f=finites Verb
(linke Satzklammer), m=Mittelfeld, k=Klammerschlussfeld (rechte Satzklammer),
e=einleitendes Element.
369 Patocka verwendet in seiner Formalisierung verschiedene Abkürzungen für Satztypen,
Stellungsfelder und einzelne Stellungsglieder (vgl. ausführlich Patocka 1997: 5665), die hier
jedoch nicht näher rezipiert werden sollen. Wo nötig, wird die Aufschlüsselung einzelner
Siglen in Klammern oder in Fußnoten angegeben.
370 INF = Infinitiv; FIN = finites Verb; EINF = Ersatzinfinitiv.
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Jugendkommunikation und Dialekt
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Titel
- Jugendkommunikation und Dialekt
- Untertitel
- Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Autor
- Melanie Lenzhofer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-050330-2
- Abmessungen
- 14.8 x 22.0 cm
- Seiten
- 502
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute