Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geographie, Land und Leute
Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Seite - 325 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 325 - in Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol

Bild der Seite - 325 -

Bild der Seite - 325 - in Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol

Text der Seite - 325 -

Serialisierung | 325 Es lohnt, diesen pragmatischen Einflussfaktoren näheres Augenmerk zu schen- ken. Dass die Abfolge einzelner Elemente in einem Satz bzw. in einer Äußerung mit informations-strukturellen Dimensionen zusammenfallen kann, ist Grund- lage jeder Beschäftigung mit Sprache(n) und ihrer Informationsgliederung (vgl. z.B. die Einführung von Renate Musan 2010). Die Begriffe Thema und Rhema407 werden dabei meist mit der Zweiteilung alte Information/neue Information bzw. Bekanntes/Unbekanntes in Verbindung gebracht. Dürscheid fasst die traditio- nelle Definition von Thema und Rhema wie folgt zusammen: „Das Thema be- zeichnet die alte, dem Hörer bereits aus dem Kontext oder aus der Situation bekannte Information, das Rhema die neue Information.“ (Dürscheid 2010: 178). Dies zeigt sich etwa in der Abfolge der nominalen Elemente im Mittelfeld, wie in folgendem Beispielsatz (mit dazugehörigem sprachlichem Kontext) dargestellt: Beispiel 221: (a) Was hast du dem Kassierer gegeben? (b) Ich habe dem Kassierer[Thema] das Geld[Rhema] gegeben. Mit Blick vom Spezialfall der Serialisierung der Nominalphrasen im Mittelfeld hin zur Abfolge aller Elemente eines Satzes, dessen Kontext so offen ist, dass der ganze Satz das Rhema bildet, kann in kontrastneutralen Sätzen von einem Definitheitsgefälle der syntaktischen Einheiten ausgegangen werden (vgl. z.B. Leiss 1992: 110). Der Nebensatz in der Beispielkonstruktion (221b) gibt als Gan- zes die unbekannten Informationen wieder, hat selbst aber „keinen festgelegten Assertionswert“ (Bittner 2010: 227). Während das finite Verb in Verbzweitsätzen und Verberstsätzen (vgl. Bsp. 222a) Assertion bzw. Nicht-Assertion anzeigt, also den Wahrheitsanspruch festlegt, ist in Verbletztsätzen das finite Verb hinsicht- lich dieser Funktion neutral (vgl. Bsp. 222b): Beispiel 222: (a) Er hat davon gehört. (b) …, dass Peter gestern mit Anna ins Krankenhaus ging. (c) …, dass Peter gestern mit Anna ins Krankenhaus hat gehen müssen. (d) …, dass Peter gestern mit Anna ins Krankenhaus hat müssen gehen. „Die ‚indefiniteste‘ Einheit des Satzes ist das lexikalische Verb, womit sich auch und primär aus dieser Perspektive die Letzt-Position als seine topologische || 407 Für weiterführende Informationen zu konkurrierenden Begriffspaaren bzw. mehr oder weniger deckungsgleichen terminologischen Alternativen (z.B. Topik/Hintergrund, psycholo- gisches Subjekt/psychologisches Prädikat, Präsupposition/Assertion) sei zusammenfassend auf Musan (2002 und 2010: 59) verwiesen.
zurück zum  Buch Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol"
Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Jugendkommunikation und Dialekt