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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Kompaktheit | 383 Häufig steht das als Nähezeichen460 verwendete weißt (du) äußerungsfinal (vgl. Bspe. 331, 332 und 333) und verhält sich dann ähnlich wie die als „tag- questions“ bezeichneten Nähezeichen oder, nicht oder ge(ll).461 Das als Diskurs- marker verwendete weißt (du) kann aber auch äußerungsinitial als Vorlaufele- ment (vgl. Bsp. 333) oder innerhalb einer Intonationsphrase prosodisch inte- griert (vgl. Bsp. 334) vorkommen (vgl. Gohl/Günthner 1999: 57; Mroczynski 2012: 89). Nach Auer/Günthner (2005: 347) ist gerade für dia- bzw. regiolektale Belege von verstehst (du) oder weisst (du) als Diskursmarker – ganz wie bei anderen Grammatikalisierungsprozessen – kennzeichnend, dass mit der Deka- tegorisierung462 und dem Verblassen des semantischen Gehalts häufig ein „phonologischer Substanzverlust“ (Auer/Günthner 2005: 347) einhergeht, was die Autoren anhand des folgenden Ausschnitts aus einem Gespräch unter schwäbischen Sprechern darlegen: Beispiel 335: „Schwaben 12“ 017 Didi: → der isch TOP in ordnung verstohsch, 018 mit dem kannsch e FESCHT ham; 019 bloß d=MUTter die hat e=wenig en SCHUSS in der kapsel; 020 (so ) 021 → [( )] woisch 022 Otto: [ha ] desch ja GUT- (Auer/Günthner 2005: 347) || 460 Zur Einordung von Diskursmarkern in die Kategorie der Nähezeichen und zum Problem der Abgrenzung solcher mehr oder weniger grammatikalisierter bzw. pragmatikalisierter Ein- heiten vgl. auch Kap. 3.3.2.3. der vorliegenden Arbeit. 461 Zum Vergleich seien hier zwei Beispiele aus Teilkorpus ED angeführt: a) ein Beleg mit ge(ll): Lyd: non mechat de theoretisch drei perioden BLEIben. (-) ge- [ED 6, Z. 44]; b) ein Beleg mit ni(ch)t: Wal: no hon i gsog jo des bisch DU; nit, [ED 1, Z. 937f.]. 462 Der Begriff „Dekategorisierung“ oder „Dekategorialisierung“ (im Englischen: „Decatego- rialization“) beruht auf der Auffassung grammatischer Kategorien als graduierbare Entitäten mit mehreren „degrees of categoriality“ (Hopper 1991: 30). Die Dekategorialisierung ist einer von vier Mechanismen, die als charakteristisch für Grammatikalisierungsprozesse angesehen werden (vgl. z.B. Heine/Narrog 2009: 405; Szczepaniak 2009: 1112). Dazu zählen neben der Dekategorialisierung als Verlust der ursprünglichen grammatischen Eigenschaften die Dese- mantisierung, die Extension auf neue Kontexte sowie die Erosion der phonetischen Substanz (vgl. zusammenfassend Szczepaniak 2009: 11). Zur Abfolge dieser Mechanismen und der detail- lierten Beschreibung der einzelnen Phasen sei u.a. auf Heine/Narrog (2009) und Heine/Kuteva (2007: 3253) verwiesen.
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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