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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 220 -
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220 Aber schon lag die Entscheidung des ganzen Krieges nicht mehr in Deutschland, sondern in Italien, wo sich das sonst so launenhafte Glück mit seltener Beständigkeit an die Fahnen des jungen Corsen Bonaparte knüpfte, der den König von Sardinien sowie die kleineren Fürsten znm Frieden zwang und nach dem Siege bei Lodi in Mailand einzog. Aus allen den Schlachten um den Besitz des vielnmstrittenen Mantna erhob sich sein Name wie ein Komet, der, unberechenbar in seinen Bahnen und unheildrohend, die Blicke der Völker in banger Scheu und fast abergläubischer Bewunderung auf sich lenkte. Mantna ging verloren, trotz der wiederholten Entsatzversuche Alviuezys und der Ausdauer, mit welcher der Commandant Wnrmser, eines antiken Heroen würdig, gegen Seuche, Hunger nnd Schicksal kämpfte. Erzherzog Karl, welcher nunmehr in Italien die Führung über- nahm, fand nur noch Trümmer des österreichischen Heeres vor, so daß ihm nichts übrig blieb, als sich mit den entmuthigteu Truppen zurückzuziehen, worauf ihm Bouaparte bis nach Klagenfurt folgte, anscheinend um auf Wien loszugehen. In Wirklichkeit lag dies nicht mehr in seiner Absicht. Durch die vorausgegangenen Siege Karls in Deutschland war der ursprüngliche Plan Bonapartes, sich mit Jourdau und Moreau zu vereinigen, doch vereitelt worden. Er selbst hatte sich von seinen Hilfs- quellen immer mehr entfernt und stand mit einem verhältnißmüßig geringen Heere mitten in den Alpen zwischen dem Tiroler Landsturm und der in der Errichtung befindlichen ungarisch-kroatischen Jusurrectiou, im Rücken durch den Aufstand der Venetianer bedroht, während zugleich auch die anfangs zaghafte Hauptstadt des Reiches sich mit einem Male in ein gewaltiges Kriegslager verwandelte nnd der vertrauensvolle Aufruf des Monarchen an sein Volk eine Begeisterung hervorrief, die in der unvergleichlichen Hymne: „Gott erhalte Franz den Kaiser" ihren verklärten Ausdruck fand. Darum mahnte auch Thugut zur Ansdaner uud zur Fortsetzung des Kampfes, dessen Ausgang zu einer Katastrophe für den Feind sich gestalten konnte. Aber Bonaparte war nicht gesonnen, es bis znm Äußersten kommen zu lassen, während auch am Wiener Hofe, der sich in Deutschland und Enropa vereinsamt fühlte, die Friedenspartei über Thugut deu Sieg davontrug. Daher blieb deuu auch der Friede athmende Brief, den Bonaparte in schlauer Berechnung an Erzherzog Karl richtete, nicht wirkungslos. Dem Waffenstillstände von Leoben folgte der Frieden von Campo Formio, der Österreich den Besitz Belgiens, das an Frankreich fiel, uud der Lombardie, die fortan einen Bestandtheil der eisalpinischen Republik bildete, kostete uud demselben als Entschädigung Jstrien und Dalmatien sowie die venetianische 1'erra kerma bis znr Etsch zugestand. Ein unglücklicher Friede, von welchem Thngnt bemerkte: „Friede, Friede! Aber wo ist er? Ich sehe ihn auch in diesem Vertrage noch nicht gesichert." Speciell für die Entwickelung Österreichs in der nächsten Zeit bezeichnete der Friede von Campo Formio einen beklagenswerthen Wendepunkt. Denn dadurch, daß Belgien
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild