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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 223 -
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223 mit dem Verluste von ganz Unteritalien, das in eine parthenopäische Tochterrepublik Frankreichs verwandelt wurde; auch der sardinische Thron wurde umgestürzt. Aber das russisch-österreichische Hanptheer unter Suwarow und Melas machte durch den Sieg bei Cassano über Moreau der cisalpiuischeu Republik ein Ende und ihren weiteren Siegen an der Trebbia über Macdonald und bei Novi über Joubert folgte der Sturz der partheno- päischeu Republik. Erzherzog Karl aber nöthigte durch die Siege bei Osterach und Stockach (1799) Jourdan zum Rückzug über den Rhein, woraus er in die Schweiz ein- drang und den General Massena aus seiner festen Stellung bei Zürich vertrieb. Noch einmal jubelte das befreite Deutschland dem „Retter Germaniens" zu und zugleich tauchten auch praktische Vorschläge, die Reichseinheit unter Österreichs Führung wieder herzustellen, auf. Aber diese Hoffnung brach zusammen, als der russische Kaiser Paul von der Allianz zurücktrat und Suwarow in seine Heimat abberief, und als Bonaparte, der inzwischen aus Egypten nach Frankreich zurückgekehrt war, nach dem Sturze der Directorialregiernng zum ersten Cousul erhoben, das Commando in Italien übernahm, mit seinen Truppen den St. Bernhard überstieg, den Österreichern in den Rücken fiel und dem herbeieilenden Melas unweit Alessandria bei dem Dorfe Marengo die Entscheidungsschlacht lieferte (1800). Da auch in Deutschland, nachdem Erzherzog Karl das Commando niedergelegt hatte, das Glück den österreichischen Waffen nicht günstig war, vielmehr Karls jüngerer Bruder, Erzherzog Johann, bei Hohenlinden (in Baiern) durch Moreau eine blutige Niederlage erlitt, sah sich der Kaiser genöthigt, im Frieden von Luneville den Frieden von Campo Formio zu erneuern, das linke Rheinufer nochmals förmlich an Frankreich abzutreten und die Verwandlung der cisalpinischen in eine italienische Republik unter Bonaparte als Präsidenten anzuerkennen. Mit dem Tage von Hohenlinden traf auch Thuguts System, das schon seit Campo Formio erschüttert war, ein letzter entscheidender Schlag. Er selbst zwar hielt mitten im Unglück sein Haupt noch immer hoch; „Wien sei noch nicht die Monarchie", meinte er, als sich der Feind bereits der österreichischen Hauptstadt näherte. Aber der Kaiser gab dem Sturme der öffentlichen Meinung nach und trng zugleich der veränderten Weltlage Rechnung, indem er den Minister entließ, welchen seine Gegner als den „Kriegsbaron" haßten, der durch seine „weltverheerende, unsinnige Hartnäckigkeit" die Monarchie an den Rand des Verderbens gebracht habe und den seine Bewunderer mit jenem Pitt verglichen, dem er, wenn auch nicht au Größe, so doch an Beharrlichkeit gleichkam. Der Friede von Luneville (9. Februar 1801) war nicht mehr Thuguts Werk, sondern wurde von dem zu seinem Nachfolger designirten Grafen Ludwig Eobeuzl abgeschlossen, der erst im Herbst des Jahres 1801 als Hof- und Staatsvicekanzler das Ministerium wirklich übernahm. Bis dahin glich der Staat einem stenerlosen Schisse, und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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