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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 224 -
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?24 selbst als Cobenzl endlich ans Ruder trat, schwankte die österreichische Politik, da ihr ein fester Anker fehlte, zwischen den entgegengesetzten Strömungen nnstet hin und her. Zwar, hätte es in Cobenzls Macht gelegen, so wäre die Allianz von 1756 mit Rußland nnd Frankreich wieder auferstanden, im Gegensatze zn Preußen, von welchem Österreich noch immer die tiefe Klnst nnansgeglichener Differenzen schied. Statt dessen mußte Cobenzl es erleben, daß die beiden Mächte, um deren Gnnst er so eifrig bnhlte, sich über die obschwebenden Fragen ohne sein Vorwissen in einer Weise verständigten, die einer Abdikation Österreichs in Deutschland und in Italien gleichkam. Wenn trotzdem der Wiener Hof sich dem Entschädigungsplane der vermittelnden Mächte unterwarf, ja sogar, als die Beziehungen Frankreichs nud Rußlands gespannter wurden, deren Wiederversöhnung zu bewerkstelligen suchte, wen» mau jedem Conflicte mit Bonaparte ängstlich aus dem Wege ging, sich gegen die Lockungen Englands, das zn neuem Kriege drängte, taub erwies, bei dem Wiederausbruche des englisch-frauzösischen Krieges zu dem Einrücken der Franzosen in Hannover schwieg und kein Wort lauten Tadels über die Schandthat von Ettenheim saud, so ging diese Stimmung aus dem Friedensbedürfnisse des finanziell und militärisch erschöpften Staates hervor, das Niemand tiefer als Erzherzog Karl empfand, der, obgleich uumuehr als Kriegs- und Marineminister anf die Hebung der Wehrkraft des Reiches durch zweckmäßige Reformen des Heerwesens eifrig bedacht, dennoch sich znm beredten Anwalt des Friedens machte, dessen Österreich dringend bedurfte, ehe es sich iu die Gefahr neuer Kämpfe begab. Da war es der weitere Verlauf der frauzösischen Revolution, der diese Friedenspläne zunichte machte. Wohl hatte Bonaparte die Revolution, deren Sohn er war, nach ihrer anarchischen Seite gebändigt, und eben deßhalb war er den österreichischen Staatsmännern fast eine sympathische Persönlichkeit. Dagegen trat nun aber gerade jetzt, da sich die ganze Gewalt in der Hand eines mächtigen Feldherrn concentrirte, die erobernde Tendenz der Revolution um so schärfer hervor. Hatte die französische Republik mit ihren Freiheits- bäumen zugleich auch ihre Umsturzideen auf den Boden jener Tochterrepubliken verpflanzt, mit denen sie sich wie mit einem Kranze von Clientelstaaten umgab, so kehrte zwar Napoleon I. anf den monarchischen Boden zurück, aber in jenem umfassenden Sinne Karl des Großen, in dessen Weltreiche es nur dem herrschenden Hanse angehörige Unterkönige und heerbann- pflichtige Vasallstaaten gab. Daß diese Tendenz dem Titel eines Erbkaisers der Franzosen zu Grunde lag und daß daher die Anerkennung desselben einer Abdikation der deutschen Kaiserwürde und einer Sauctiouirung der revolutionären Doctrinen gleichkam, welche als Gegenforderung der Titel eines Kaisers von Österreich keineswegs aufwog, das hat damals Gentz mit seinem bekannten Scharfblick richtig erkannt. Aber wie sehr auch, theoretisch betrachtet.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild