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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 230 -
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230 Krieges griffen die Tiroler, die zwar seit dem letzten Friedensschlüsse zu Baiern gehörten, aber die Wiedervereinigung mit Österreich sehnlichst wünschten, unter dem Sandwirth Andreas Hoser und anderen beherzten Männern zu den Waffen, und während sich an die Spitze der wackeren Vorarlberger der Advocat Anton Schneider stellte, gab sich anch im nördlichen Deutschland die tiefe Gährnng der Gemüther in der Erhebung Schills und des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig kund. Dennoch scheiterte der Krieg — zum Theile au dem Mangel jeder Allianz, theils an dem Umstände, daß die neue Heeres- organisation noch nicht vollständig durchgeführt worden war und daß man erst einen Monat später, als es ausaugs beabsichtigt gewesen war, die Offensive ergreifen konnte. Die Uneinigkeit im Hauptquartiere und einzelne Operationsfehler, die trotz des unbestrittenen Feldherrntalentes Erzherzogs Karl zu Anfang des Krieges und durch Erzherzog Johauu am Schlüsse desselben begangen wurden, trugen das Ihrige dazu bei, daß die Lorbeeren, mit denen sich die österreichische Armee und ihr Führer in den beiden großen Schlachten bei Aspern und Wagram bedeckten, keine Früchte trugen. Dennoch gingen die Ereignisse des Jahres 1809 für Österreich und für Europa nicht verloren. Der Tag von Aspern entriß dem Weltbezwinger znm ersten Male den Nimbns der Unüberwindlichkeit. Aus dem Hasse gegen die fremde Zwingherrschast wurden die Österreicher zu einer Nation nnd anch die Ungarn zeigten sich den Verlockungen des Imperators unzugänglich. „Spanien und Österreich wurden leuchtende Vorbilder, an welchen sich Tausende ermnthigten nnd erfrischten und für die Ereignisse kommender Tage vorbereiteten." Allerdings sah damals Wien den corsischen Eroberer zum zweiten Male in seinen Mauern, der von Schönbrunn aus jenen (sogenannten Wiener) Frieden dictirte, welcher Österreich zweitausend Quadratmeilen mit vierthalb Millionen Einwohner kostete, da Krain, Oberkäruteu, Görz, Gradiska, Trieft, Jstrieu, das ungarische Litorale und Kroatien bis an die Save an Napoleon fielen, der aus diesen Ländern nnd den von Italien getrennten Gebieten von Dalmatien, Jstrien und Ragusa den neuen Staat der sieben illyrischen Provinzen bildete, nnd da auch der größte Theil von Galizien theils an Rußland, theils an das Herzogthum Warschau abgetreten werden mußte. Aber die Vernichtung Österreichs, wie sie Napoleon zu Anfang des Feldzuges im Sinne gehabt haben mochte, war durch den Verlauf des Krieges doch vereitelt worden; er mußte vielmehr auch weiterhin einen achtungsgebietenden Fortbestand der Monarchie anerkennen. Immerhin war dieser sogenannte Wiener Frieden ein namenloses Unglück für das Donaureich, das seine Meeresküste einbüßte nnd zu einem Staate zweiten Ranges herabsank, der nicht im Stande war, das den Tirolern gegebene kaiserliche Wort einzulösen, sondern sich gezwungen sah, das treue Bergvolk und seine Führer ihrem herben Schicksale zu über- lassen. Am schlimmsten aber war die moralische Rückwirkung des Friedensschlusses aus die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild