Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 234 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 234 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3

Bild der Seite - 234 -

Bild der Seite - 234 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3

Text der Seite - 234 -

234 Unzulänglichkeit dieser Macht auf Österreich angewiesen war, letzteres znm Herrn der Lage werden und seine Politik im Rathe der Verbündeten den Ausschlag geben mußte. Bis dahin war die Politik Österreichs die einer nothgedrungenen Neutralität gewesen, die bei dem Ausbruche des russischen Krieges einer ebenso nothgedrungenen Allianz mit Napoleon hatte weicheu müssen. Nun aber trat der Zeitpunkt ein, zu welchem Graf (später Fürst) Clemens Wenzel Lothar Metternich (geboren 1773 zu Koblenz), früher als Gesandter zu Dresden, Berlin und Paris thätig, wo er in der Schule Talleyrands und Fouches seine diplomatische Bildung vollendete, als Nachfolger Stadions znm ersten Male die Bühne der großen Politik betrat und jenen berühmten diplomatischen Feldzug eröffnete, der mit dem Amte der Friedensvermittlung begann und mit dem Anschlüsse Österreichs an die Allianz wider Napoleon endete. Ob Metternich gleich anfangs zum Bruche mit Napoleon entschlossen gewesen und diese Absicht nur durch die scheinbare Friedens- verwendnng zu verschleiern gesucht, oder ob er zunächst doch noch auf die Gefügigkeit des Frauzoseukaisers gerechnet habe und diese Hoffnung erst allmälig zunichte geworden sei, mag dahingestellt bleiben; sicher aber ist, daß die Parole des Weltfriedens, die er ausgab, bei der Unmöglichkeit, Napoleon für denselben zu gewinnen, nothwendig zur endlichen Theilnahme Österreichs am Weltkriege gegen denselben führen mußte. Es erfolgte zunächst der Rückzug des Armeecorps Schwarzenberg, eine Maßregel, die Napoleon als den „ersten Schritt des Abfalls Österreichs" insofern« nicht mit Unrecht bezeichnete, als das, was Schwarzenberg auf Befehl seines Kaisers that, mit dem ohne Befehl seines Königs erfolgten Abfalle Jorks nicht auf eine Linie zu stellen war. An die Stelle der Allianz mit Frankreich trat die Friedensverwendung, aber erst, als auch das zweite Stadium dieser Thätigkeit, die bewaffnete Intervention, bei Napoleons Hochmuth und Trotz sich wirkungslos erwiesen, trat Österreich in den Reichenbacher Verträgen der Coalition Englands, Rußlands und Preußens für den Fall bei, daß seine Friedens- vorschläge bis zum Abend des 10. August 1813 von Napoleon nicht angenommen werden würden. Aber der Congreß zu Prag führte zu keinem Ziele, und als Metternich am 11. August zur Kenutniß der von Napoleon angeboteneu Zugeständnisse gelangte, war es bereits zu spät. „Österreich", konnte Metternich sagen, „ist jetzt kein Vermittler mehr zwischen den streitenden Theilen, es ist Verbündeter des einen derselben." Noch einmal lächelte bei Dresden Napoleon das Glück. Aber dieser Sieg wurde durch die Niederlagen aufgewogen, welche seine Marschälle bei Großbeeren, an der Katzbach, bei Kulm und Dennewitz erlitten und die Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. Oetober 1813), welche unter den Augen der drei verbündeten Monarchen Rußlands, Österreichs und Preußens, die sich durch die Teplitzer Verträge noch enger geeinigt hatten, geschlagen wurde, entschied Deutschlands Befreiung von dem schweren Alp, der auf seiner Brust gelastet hatte.
zurück zum  Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild