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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 248 -
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248 mußte es daher nachmals wie jenem Epimenides ergehe», der sich erst langsam in der ver- änderten Welt um ihn her wieder zurecht fand. Der Mangel politischer Erziehung hat sich namentlich an dem deutschen Volksstamme in Österreich gerächt, der sich in einein wesenlosen Kosmopolitismus gefiel und dem daher im Revolutionsjahre die Fiihrerrolle entglitt, auf welche ihm seine vorragende Bildung sonst wohl den Anspruch verlieh, gegen- über den anderen Völkern des Reiches, denen, wie den Ungarn, der politische Jnstinct als das Erbtheil ihrer alten Verfassung oder wie diesen und den slavischen Stämmen jenes sich mächtig regende nationale Bewußtsein zustatten kam, das ihren Bestrebungen einen lebensvollen, positiven Inhalt verlieh. Eben in diesen keimenden nationalen Gegensätzen lag für das kinderreiche Staatswesen die Gefahr eines Familienhaders, der alle anderen Gegensätze und Gefahren überwog. Nur in einem Punkte waren zuletzt alle Staude und alle Völker des Staates einig: in der Überzeugung von der völligen UnHaltbarkeit des alten Zustandes der Dinge. Es lag, wie man mit Recht betont hat, in diesem gänzlichen Bruche mit der Vergangenheit der Vortheil, daß sich für eine neue politische Schöpfung ein vollständig freier Raum darbot, aber auch der Nachtheil, daß ein ruhiger Übergang von den alten zu den neuen Zuständen nicht zu erwarten stand, daß vielmehr auch iu Österreich die Revolution es war, welche die alte Ordnung der Dinge zertrümmerte und dadurch den Raum schuf zu dem Neubau unseres Staates. as Jahr 1848 setzte den angesammelten Zündstoff in Flammen. Von Paris aus hielt die Revolution neuerdings ihren Umzug durch Europa. Auch die Habsburgische Monarchie wurde in die Wirbel dieser Bewegung gezogen; nach außen wie im Innern ging Österreich den schwersten Krisen entgegen. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, an dieser Stelle den weiteren Verlauf dieser Krisen, die erst in dem österreichisch-ungarischen Ausgleiche ihren Abschluß fanden, im Einzelnen zu verfolgen, da die Verfassungsgeschichte an einer anderen Stelle dieses Werkes eingehend gewürdigt werden soll Wir müssen uns damit begnügen, nur noch in aller Kürze jener Wandlungen zu gedenken, denen die inneren Ver- hältnisse und die äußeren Beziehungen unseres Staatswesens bis zur Gegenwart unterlagen. Die Revolution durchtobte im Jahre 1848 alle Theile der Monarchie. Vor Allem brach in dem entfesselten Sturme mit Metternichs Sturze zugleich die von diesem begründete alte Ordnung der Dinge zusammen. Während die Cechen in Prag, die Ungarn in Pest — letztere ihre avitische Verfassung im Sinne des modernen Staates weiter entwickelnd — eine nationale Regierung anstrebten, die Italiener die Gelegenheit gekommen glaubten, mit Hilfe Sardiniens, ein einheitliches Italien zu schaffen, nnd auch in Galizien nationale Regungen die Oberhand gewannen, forderten die Deutschen eine Constitution,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild