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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
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250 Doch der Versuch, das Reich auf absolutistischem Wege zu ceutralisireu, mißlang. Daß dies der Fall war, wurde zum Theile wenigstens durch die äußere Lage des Staates veranlaßt. Durch Radetzkys Siege war die frühere Machtstellung Österreichs und dessen Besitzstand in Italien von neuem befestigt worden und auch in Deutschland kehrte man, nachdem sowohl das Werk des Frankfurter Parlaments, die Errichtung einer erblichen Kaiserwürde und die Übertragung derselben auf den König von Preußen, an der Abneigung Friedrich Wilhelms IV. als auch der preußische Unionsversuch an der Eifersucht der Mittel- staaten und an dem bewaffneten Widerstande Österreichs gescheitert war, noch einmal auf den Rechtsboden des alten Bundesstaates zurück. Weder die „kleindeutsche", noch die „großdeutsche" Partei sah ihre Wünsche in Erfüllung gehen, weder der engere Bnnd unter der Führung Preußens, noch Schwarzenbergs „Siebenzigmillionenreich" zeigte sich ausführbar. Die deutsche Frage blieb ungelöst, weil sie unlösbar war. Die Kluft, welche die Jahre 1849/50 zwischen den beiden deutschen Großmächten aufgerissen hatten, wurde für den Augenblick durch jene konservativen Interessen überdeckt, die sie miteinander und mit Rußland verbanden, welch letzteres, da sein Eingreifen bei der Wiederherstellung der alten Ordnung den Ausschlag gegeben, sich zur tonangebenden Macht im Osten erhob. Da sah sich mit einem Male Österreich durch die orientalische Frage vor die Alternative gestellt, entweder durch die Parteinahme gegen Rußland den Bundesgenossen jüngstvergangener Zeit oder durch die Preisgebung der Pforte sein eigenes Interesse verleugnen zu müssen. Zwar war Österreich von jenem Undanke weit entfernt, von dem einst Schwarzenberg bemerkt haben soll, er werde die Welt in Stauueu versetzen, vielmehr auf die Herbeiführung einer friedlichen Vermittlung redlich bedacht. Aber dadurch, daß diese mißlang, trat ein Conflict zwischen der Pflicht der Dankbarkeit und jener der Staats- raison ein. Der Krimkrieg und die Stellung, welche Österreich in demselben infolge jener Collision einander widersprechender Rücksichten einnahm, hat ihm nicht nnr das grollende Rußland, sondern auch die enttäuschten Westmächte entfremdet und zu einer Jsolirnng des Staates geführt, die vor Allem Sardinien bei dem erneuerten Versuche einer Hinaus- drängung Österreichs aus Italien zu statten kam, uud dies umsomehr, als durch den Bruch zwischen Österreich und Rußland die letzten Pfeiler, auf denen bis dahin noch die Grund- sätze der heiligen Allianz geruht hatten, gerade in dem Augenblicke zusammenstürzten, in welchem der neue Machthaber an der Seine die gegen sein Haus gerichteten Verträge von 1815 zerriß und an deren Stelle das Princip der Nationalität als Parole der Zeit ausgab. Der unglückliche Waffengang in Italien 1859 kostete Österreich den Besitz der Lombardei und seine Stellung als Vormacht auf der apenninischen Halbinsel ging an Sardinien oder, was bald damit gleichbedeutend sein sollte, an das Königreich Italien über. Aber zugleich lud das schwere Verhäuguiß, das die vor kurzem noch so siegreichen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild