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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 252 -
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252 und ihre freudige Mitwirkung an den Aufgaben des Staates zu entfesseln vermochte. Der Boden des Absolutismus wurde verlassen; der Monarch faßte den hochherzigen Entschluß, seine Machtbefugnisse mit seinen Völkern zu theilen. Im Laufe des Jahres 1860, unter dem Ministerium Goluchowski erfloß das October-Diplom, welches dem Reiche eine Repräsentativ-Verfafsnng gab. Das October-Diplom bedeutete für Ungarn die theilweise Wiederherstellung seiner alten Verfassung, für die österreichischen Kronländer wurde der Schwerpunkt in die Landtage verlegt. Daher stieß dasselbe in der westlichen Hälfte der Monarchie auf den Widerspruch der ceutralistisch gesinnten Partei, der das föderalistisch angehauchte Diplom zu weitgehend schien, und auf den Widerspruch Ungarns, welches sich auf den Boden der Rechtscontinnität stellte nnd seine ganze avitische Verfassung ein- schließlich der Modificatioueu des Jahres 1848 verlangte. Unter diesen Verhältnissen gewann innerhalb der leitenden Kreise zunächst jene Partei die Oberhand, welche den seit 1848 herrschenden Ideen, wenigstens insofern es sich um die Ceutralisirung des Reiches handelte, zugethan war, während sie freilich den absolutistischen Formen, in denen dieselbe gehandhabt wurde, abhold war. An die Stelle des October-Diploms trat 1860 unter dem Ministerium Schmerling das Februar-Patent, der Form nach blos die specielle Durch- führung des ersteren, in Wirklichkeit der Ausgangspunkt des Versuches, die Monarchie statt wie bisher auf absolutistischer Grundlage, nun vielmehr auf konstitutionellem Wege zu centralisiren. Wie jener frühere Versuch so ist auch dieses System gescheitert, da es nicht stark genug war, um den Eintritt der Ungarn in den sogenannten weiteren Reichstag zu erzwingen und den Austritt der Cecheu aus dem engereu hintanzuhalten, während zugleich auch der Versuch, durch Wahrung österreichischen Einflusses in Deutschland den deutschen Einfluß in Österreich zu erhöhen, mißlang. Noch einmal wurde die Verfassung sistirt, noch einmal (uuter dem Ministerium Beleredi) kehrte man auf den Standpunkt des October- Diploms zurück. Da führten die Ereignisse des Jahres 1866 eine Plötzliche Wendung herbei; wie vor sieben Jahren Solserino, so brachte jetzt Königgrätz die Verfassungsfragen in raschen Fluß. Längst drängte das sortgesetzte Ringen Österreichs mit Preußen um die Hegemonie in Deutschland einer Entscheidung entgegen, umsomehr als ersteres die Einbuße an Macht, die es im Süden der Alpen erlitten, durch erhöhten Einfluß im Norden derselben aus- zugleichen bemüht war, während anderseits das Vorbild Italiens, das den Traum nationaler Freiheit sich erfüllen sah, auch in Deutschland die Hoffnung nationaler Einigung wachrief. Daß diese Einigung nicht auf dem Boden des alten Bundes gedeihen könne, war ebenso klar, als daß dieses Ziel nur durch die friedliche Verständigung der beiden deutschen Vormächte oder durch den Sieg der einen derselben über die andere erreicht werden könne. Nun war aber der letzte Versuch einer Verständigung auf dem Fürsteucougresse zu Frankfurt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild