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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 86 -
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86 Colonisten, regelte die verworrenen Besitzverhältnisse, vermehrte die Zahl der Burgsassen und ließ zum Schutze des Landes Burgen erbauen. Damals entstand auf den zur Pester Gemarkung gehörigen Hügeln die neue Festung, die heutige Ofener Burg, die spätere Residenz der Könige. Binnen vier Jahren erholte sich das Land soweit von den erlittenen Schäden, daß Bela IV. einen Vergeltungszug gegen den österreichischen Herzog Friedrich unternehmen konnte, in welchem er nicht nur die abgetrennten drei Comitate zurückeroberte, sondern auch den Herzog in der Schlacht bei Neustadt schlug, in welcher dieser letzte Sprößling der babenbergischen Dynastie den Tod fand (1246). Bela IV. besetzte von den Erbländern Friedrichs Steiermark für seinen minder- jährigen, schon 1245 gekrönten Sohn Stefan, Österreich wurde durch den böhmischen König Wenzel für seinen Sohn Ottokar II. oecnpirt. Um den Besitz dieser Provinzen entbrannte ein langer und in seinen Konsequenzen wichtiger Krieg zwischen der ungarischen und der böhmischen Königsfamilie, bis endlich Bela IV. gezwungen war, nach einer an der March verlorenen Schlacht Steiermark dem böhmische» König Ottokar zu überlassen (1260). So kam die Versöhnung mit Ottokar zu Stande, der im folgenden Jahre mit einer Enkelin Belas IV., Knnignnde, sich vermählte. Aber ein noch gefährlicherer Streit entbrannte in der königlichen Familie selbst. Der junge König Stefan vermochte nämlich den Verlust der einst von ihm besessenen Steiermark nicht zu verschmerzen, gab sich mit dem Besitze Siebenbürgens, das ihm sein Vater als Antheil angewiesen, nicht zufrieden, sondern forderte, als Erstgeborener, die einträglicheren Provinzen Kroatien und Dalmatien zurück, welche ihm von seinem Vater weggenommen und dem begünstigteren jüngeren Sohne BKa gegeben worden waren. Darüber entstand ein innerer Krieg, welcher sich von Zeit zu Zeit immer wieder erneuerte, mit abwechselndem Glücke fortgesetzt wurde und mit dem Siege Stefaus bei Jfaszeg endete (1265). Die Häupter der großen Familien, von den mit einander in Streit lebenden Königen mit Geschenken überhäuft, wurden infolge dieses inneren Krieges neuerdings so mächtig und störten die gesetzliche Ordnung wie zu Andreas II. Zeiten so sehr, daß Mla IV. gezwungen war, die Rechte des unterdrückten niederen Adels in einem feierlichen Briefe zu bestätigen, in welchem er sich und seine mit königlicher Macht bekleideten Söhne Stefan und Bela unter Strafe der durch den Graner Erzbischof zu verhängenden Exeommnnication dazu verpflichtete, die Punkte dieses Privilegienbriefes einzuhalten (1267). Daß die gezwungenen Ausgleiche die Bitterkeit gegen Stefan aus dem Herzen Belas IV. selbst nach dem Tode seines Lieblingssohnes Bela (1269) nicht vertilgen konnten, geht aus den letztwilligen Verfügungen des sterbenden Königs hervor, der seine Familien- schätze seiner Tochter, der verwitweten Anna, Schwiegermutter des böhmischen Königs,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild