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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 96 -
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96 Cardinal Gentilis langte im Herbste 1308 in Ungarn an und eröffnete, nachdem er die mächtigsten Großen und selbst Matthäus Csäk für Karl gewonnen hatte, den zur Königswahl bestimmten Reichstag, welcher von den Ständen in Pest am Donau-Ufer unter freiem Himmel abgehalten wurde. Indem er sich in seiner lateinischen Rede darauf berief, daß König Stefan die heilige Krone von Rom empfangen habe, begann er zu entwickeln, daß nach dem Aussterben des Ärpädengeschlechtes nur noch der Papst das Recht haben könne, über die Krone Ungarns zu verfügen. Hiergegen aber verwahrten sich die Stände unter demonstrativem Lärmen und riefen, um ihr freies Wahlrecht thatsächlich zur Geltung zu bringen, Karl einstimmig zum König aus. Der Cardinal mochte es nicht für rathsam halten, die Berechtigung der geschehenen Wahl zu bestreikn und so die Sache auf die Spitze zu treiben; er bestätigte die Wahl im Namen des heiligen Stuhles. Karl wurde hierauf von den Versammelten nach alter Sitte unter stürmischen Freuderufen auf die Schultern gehoben (27. November 1308). Da sich die Krone in den Händen des siebenbürgischen Wojwoden Ladislans befand, belegte Cardinal Gentilis in einem nach der Königswahl zu Ofen abgehaltenen, auf die Befestigung der königlichen Macht und Autorität abzielenden Staatsrathe die vor- enthaltene Krone mit dem kirchlichen Banne, solange sie nicht ausgeliefert würde, und ordnete an, daß eine neue Krone angefertigt werde, welche von König und Nation als die wahre, gesetzliche Krone anerkannt werden müsse. Mit dieser wurde sodann die Krönung Karls in Anwesenheit des Cardinals und der Reichsgroßen in der Ofener Burg in der Kirche der Jungfrau Maria vollzogen (15. Juni 1309). Weder der Beschluß der Ofener Versammlung, noch die Banndrohung der im November 1309 in Preßburg abgehaltenen Synode waren von der geringsten Wirkung auf die Magnaten, welche sich mit Gewalt der Krongüter bemächtigten, und vermochten auch nicht die Wirren im Lande zu beendigen. Die Nation, sowie der Clerns erwarteten nur von der Zauberkraft der Krone des heiligen Stefan die Wiederherstellung der Herr- schaft des Rechtes und des Gesetzes. Der Cardinal versuchte den Wojwoden Ladislans durch Verhängung des Bann- fluches zur Zurückstellung der Krone zu zwingen (25. December 1309), jedoch blieb sein Befehl und selbst das über Siebenbürgen ausgesprochene Jnterdict ohne Erfolg. Endlich bewogen der Graner Erzbifchof Thomas, der Palatin Omode und noch einige Magnaten, die mit dem Wojwoden in Szegedin zusammenkamen, diesen letzteren dazu, daß er die Krone herausgab und sich zur Huldigung vor dem Könige verpflichtete. Mit der solcher- maßen zurückgewonnenen Krone wurde König Karl zum letzten Male, nachdem er auf dein durch den Palatin Omode im Räkosfelde znsammenbernsenen Reichstage noch einmal zum König ausgerufen worden war, in Stuhlweißenburg gesetzlich gekrönt (27. August 1310).
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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